Wenn Männer Frauen wären

November 3, 2009 von felisworld

Heute, am 3. November, ist Welt-Männer-Tag. Wofür? Haben diese Clowns das überhaupt verdient?! Tz… wobei…  wenn Männer nicht Männer wären, wären sie Frauen. Hm.

Hier mal 10 Gründe, warum es gut es, dass Männer Männer sind.

  1. Wenn Männer Frauen wären, stünden sie samstags auch in der Schlange vor der Umkleidekabine oder würden die Sitzplätze im Schuhgeschäft (und die Verkäufer) blockieren.
  2. Wenn Männer Frauen wären, wäre es nicht lustig, wenn sie Karneval als Tunten verkleidet durch die Straßen liefen.
  3. Wenn Männer Frauen wären, gäbe es kein Herrenklo, auf das die Frauen an einem Discoabend heimlich ausweichen könnten und die Schlange an der Damentoilette wäre noch länger.
  4. Wenn Männer Frauen wären, würde niemand mehr technische Produkte verstehen.
  5. Wenn Männer Frauen wären, gäbe es keine Hemden, die wir Frauen uns morgens kurz überwerfen, wenn wir nur mal eben in die Küche laufen.
  6. Wenn Männer Frauen wären, gäbe es keinen Männerabend und somit auch keinen Frauenabend.
  7. Wenn Männer Frauen wären, hätten wir keinen guten Grund, gelegentlich mal eine Diät zu halten. Klamotten passen immer irgendwie, Männer, die zu uns passen, gibt es nicht so viele.
  8. Wenn Männer Frauen wären, müssten wir uns an einen Pastik-Stick anstatt an eine starke Schulter kuscheln.
  9. Wenn Männer Frauen wären, gäbe es niemanden, den der große Bruder verprügeln könnte.
  10. Wenn Männer Frauen wären, gäbe es für uns keinen Titten-Bonus!

Männer, ihr seid liebenswert. Ja, mehr als nur ein Teil von Euch! Ohne Euch wäre es so schrecklich langweilig und der Welt würde doch wirklich was fehlen!

Denn wenn ihr nicht wärt, würden wir uns nicht ewig aufbrezeln, nicht nächtelang überlegen, wie wir es schaffen, dass ihr uns mögt und außerdem sind die Überraschungen, die ihr für uns auf Lager habt, doch immer was ganz besonderes!

In diesem Sinne, auf euch, Männer!

Ein Donnerstag in Siegen

Oktober 29, 2009 von felisworld

Es ist Donnerstag. Montag und Dienstag hatte ich je eine Veranstaltung, Mittwoch fiel alles aus und auch heute haben die Dozenten noch weniger Bock als ich.

Warum zum Verrecken bin ich hier und nicht in Düsseldorf? Ganz einfach: Weil heute Abend diese Willkommensparty ist, für die ich zugesagt habe… bevor ich wusste, dass ich so ungefähr keine Uni habe, diese Woche.

Meine Laune hat einen neuen Tiefpunkt erreicht, dabei ist es nicht mal 10 Uhr. — Warum? Wegen irgendwas.

Seit 1,5 Tagen schaue ich die Staffeln von „How I met your Mother“ und amüsiere mich köstlich. Im Prinzip tue ich etwas, was ich seit Ewigkeiten nicht getan habe: den ganzen Tag nur im Bett rumgammeln und nur zum Essen aufstehen. Perfekt! — Für einen Tag.

Doch jetzt gerade bin ich erstmal genau eins: unzufrieden. Wie sieht es hier aus, warum hast du nichts zu tun und wieso fehlt dir die nächste Staffel?

Schon mein Frühstück ist irgendwie nicht so pralle und eine Kaffeemaschine habe ich ja auch nicht… Irgendwie raffe ich mich dann gegen 11 auf, gehe duschen, mache mich fertig. Um halb 3 soll ich meine beste Freundin — habe ich eigentlich jemals erwähnt, dass meine beste Freundin hier wohnt?! Ja, schon seit einem Jahr! Kein Quatsch! Ganz cool, oder?! Auch garnicht so weit weg vom Wohnheim … jedenfalls waren wir für halb 3 in Siegen verabredet.

Um 11.48h wollte ich meinen Bus nehmen. Ich habe meinen Mantel schon an, als mir auffällt, dass doch doch erst in einer Stunde los muss. Also Jacke wieder aus, noch eine Stunde Zeitvertreib.

Meine neue Lieblingsjeans nervt mich heute. Und warum muss diese verdammte Flasche Wasser, die neben meinem Bett steht, mindestens drei mal am Tag umfallen und so blöd schäppern? Und Kaffee… wo-her-jetzt-Kaffee? Ich drehe mich um und wieder fliegt meine Fuß gegen die Flasche, die Flasche auf den Boden, es klimpert und klirrt und meine Nerven tanzen Samba.

Ich laufe zum Bus runter… Eigentlich hasse ich meine Glitzertasche heute. Sie passt auch überhaupt nicht zu dem Rest meines Kostüms. Wie lauf ich eigentlich hier rum?!

Nicht so schlimm wie die da, denke ich mir, aber aufbauen kann mich das gerade auch nicht. Vor mir sitzen Vollidioten, die völligen Blödsinn über Kreditkarten und Konten reden, unter anderem „So’n Dispo ist ja auch so’n Vertrauensding vonna Bank.“ — Klar, sprecht mal mit meiner und die erklären euch das…  – Vertrauensding…
Im Nebensatz erwähnt einer, dass die Sparkasse ’sonne’ Kreditkarten für Studenten hat… A: Wer bitte hat sein Konto bei der Sparkasse und B: warum dürfen diese Menschen studieren?

Ich steige um. Ich suche mein Busticket und merke, dass heute nicht der Tag der Fehler ist, sondern ich. Denn erstens bin ich über eine Stunde zu früh dran und zweitens habe ich die finanziellen Mittel, um mich mit Kaffee abzufüllen zu Hause gelassen.

Irgendwo am Bahnhof sitzen Penner und reichen sich ihr Billigbier und ihren Wannabe-Jägermeister hin und her. Beides würde ich heute gegen mein Leben tauschen.

Stattdessen latsche ich zum nächsten Bus, der mich zum Wohnheim zurückfährt. Dort habe ich nun 3 Minuten um hochzulaufen, meine Tasche zu wechseln, mein Portemonnaie zu holen, wieder runterzulaufen und den Bus zurück nach Siegen zu nehmen.

Wie ein Wunder –denn heute ist ein Tag, an dem nur schlechtes und bescheuertes passiert– falle ich mit meinen Pumps nicht den blöden Berg runter, während ich zum Wohnheim renne. Aufzug oder Treppe? Aufzug. Der braucht ewig –what a surprise!–, weil in jeder Etage natürlich noch irgendwelchen anderen faulen Leute einsteigen, um sich für den Bus in Richtung Siegen zu positionieren… Endlich. Hoch,  Tür, Tasche, Portemonnaie, raus, Treppe runter, Bus rein. GUT. Es freut mich für einen Moment, dass es geklappt hat. Doch dann kommt der Hunger. Und Hunger ist ganz schlimm.

Zum Glück treffen wir uns direkt bei „der Nudelfrau“. Ein kleiner, klitzekleiner Stand, mitten in der „Shoppingmeile von Siegen“ (<– sucht den Fehler), bei dem es für 2,30 Euro Thai Nudeln von der Nudelfrau gibt, die nicht spricht.

„Guten Tag, einmal die Nudeln mit Huhn bitte.“

„Zwei dreißig.“

„Danke, tschüss, schönen Tag noch.“

Ja, so läuft das hier.

Wir, dass sind dann nun meine beste Freundin und noch jemand aus Düsseldorf, der mit uns Abi gemacht hat und schon 2006 das goldene Los gezogen hat und nach Siegen ziehen durfte, suchen nach einem Geschenk für seine kleine Schwester. Außerdem holen wir uns irgendwo Kaffee.

Thainudeln, Kaffee, nette Leute, ein Geschenk bei Christ und mein Tag ist gerettet.

Jetzt bin ich wieder zu Hause, habe noch heimlich, still und leise ein Schweinöhrchen (ja, ich liebe Verniedlichungen!) in mich reingeputzt und freue mich nun auf die Willkommensparty!

Und so ist doch alles gut, an diesem Donnerstag in Siegen.

Nicht Blau

Oktober 27, 2009 von felisworld

Ich musste plötzlich vorne zahlen und den Studentenausweis vorlegen. Kein Problem.

Es ist komisch, es ist anders, sich in dieser kleinen, dunklen Kabine umzuziehen.  Ab unter die Dusche. Sammeldusche. Das kenne ich garnicht mehr. Wie ich es gewohnt bin, greife ich nach links zu dem Shampoo- und Duschgelspender, um mein Make-up aus dem Gesicht zu wischen. Keiner da. Dafür ist da eine Frau, die mir einen Schluck ihrer Waschlotion gibt.

Und jetzt los: auf ins kühle Nass! Ich freue mich schon auf den Kälteschock, ja, mir ist gerade nach frieren. Yes yes yes!

Die Bahnen sind so naja voll, aber ich habe schon einen Teil der „Schwimmer“ gefressen, weil sie so arrogant langsam schwimmen und anderen den Weg versperren, obwohl auf der rechten Seite noch Platz wäre.

Unsportliches Verhalten — 10 Minuten auf die Strafbank. Ohne Handtuch!!!

Mein Haargummi liegt zu Hause und dort liegt es gut. Irgendwie quetsche ich meine Haare unter meine hässliche Badekappe, als ich vor der Bahn stehe und im Wechsel den linken und den rechten Fuß ins Wasser tauche. Kalt ist anders.

Ey, Feli, jetzt mach dir nicht wieder alles kaputt. Nun sei nicht so verdammt negativ. Du hast Wasser und die paar Leuten sollten dich nicht stören. Es sind Menschen wie du, also lass sie und zieh einfach gleich deine scheiß Bahnen. Und gib endliche Ruhe.

Meine innere Stimme reißt mich am Riemen.

Jetzt setze ich mich an den Rand, das Wasser ist aber nun mal nicht kalt, sondern fast pisswarm, bätsch, maule ich meine Stimme an, während ich mir die Brille aufsetze. Dann mache ich mich auf auf das Abenteuer.

Bahn 1: Es läuft wie am Schnürchen, face it, ich bin die Königin des Wassers.

Bahn 3: Ich sollte die nächsten 7 Monate weniger rauchen als die vergangenen 7. Und der Typ vor mir sollte lieber langsam das Weite suchen…

Bahn 6: Meine persönliche Vorgabe, 40 Bahnen zu schwimmen, scheint absolut utopisch. Wenn ich nach 20 noch lebe, feiere ich meinen 2. Geburtstag. Trotzdem jetzt Konzentration, denn gerade nun kommt es auf den Schwimmstil an.

Zwischendurch nerven mich die Leute, die das 4-Bahnen-System nicht verstehen. Das sind wohl die Menschen, die mit ihrem klapprigen, kleinen Aschenbecher auf der linken Spur mit 80 km/h die Unfälle auf der Gegenüberseite anglotzen. Grrrr…

Plötzlich wende ich und mache mich auf den Weg zur 21. Bahn.

Nach 40 Bahnen höre ich auf und fühle… nichts. Für gewöhnlich setze ich mich an den Rand und lasse noch ein paar Momente vergehen, schaue mir die anderen Schwimmer an und gehe erst, wenn ich zu frieren beginne. Heute nicht. Und die 40 Bahnen gaben mir auch nicht das blaue Gefühl.

Der fette, alte Mann, der ständig im Weg rumschimmelte, glotzt mich an und ich wünsche mir kurz, ich hätte Mut genug, aufzustehen, Anlauf zunehmen und ihm mit aller Kraft ins Kreuz zu springen. Habe ich aber nicht, also den Mut.

Irgendwo klettert eine erwachsene Frau über die Bahnenabsperrung. Weiß die eigentlich, was diese blöden Leinen kosten??? Bei den Freien Schwimmern und beim DLRG würde das Anschiss deluxe bedeuten… Dämliche Frau.

Lieber gehen, Feli. Denk an deinen Blutdruck.

Duschen. Sammeldusche. Hätte ich ja fast vergessen. So wie ja auch meine Duschsachen, aber das hatten wir ja schon. Also diesmal Shampoo schnorren. So schnell wie bei diesem Mal habe ich echt noch nie geduscht –und ich liebe duschen– aber der Anblick dieser Frauen und ihr sinnloses Geschwätz konnte ich nicht länger als irgendwie notwendig ertragen. Ich ziehe mich an, wieder in der kleinen, dunklen Kabine.

SchwimmereiPlötzlich fällt meine Holmes Place Towelcard aus meiner Tasche. Einen Moment lang schaue ich sie an und muss dann einmal tief schnaufen.

Zu den Trocknern. Es gibt hier keinen Föhn, sondern diese Luftmaschinen, die an einen Händetrockner erinnern. Der Spiegel ist schlecht beleuchtet, aber wozu noch schminken?

Kleine, dicke Kinder laufen umher und werfen meine Tasche auf den Boden. Handy, Timer und Uhr fallen raus und schlagen auf dem Fliesenboden auf und nicht mal die Mutter dieser Satansbraten hält es für angemessen, sich zu entschuldigen.

Ich packe meine Sachen zusammen und verlasse mit halbnassen Haaren das Schwimmbad.

Bei Holmes Place wäre das nicht passiert. Das ALLES!

Ich denke an die Zeit von Towel Service, vollen Duschgel- und Shampoospendern in den Einzelduschkabinen, an das kalte Wasser im Pool, der zwar auch relativ gut besucht war, aber meistens sehr erträglich. Ich denke an das schöne Ambiente, an die freundlichen Mitarbeiter und an das Kopfschütteln der Leute, wenn ich ihnen erzählte, dass ich nur zum Schwimmen dahin gehe. Niemand hat es je verstanden.

Draußen nieselt es und ich denke an die wunderbare Tiefgarage, zu der ich damals Zugang hatte.

Und am Ende kochen schwimmen sie auch nur in Wasser, denke ich mir und steige ins Auto, verdränge die Gedanken und glaube, dass es eben manchmal so sein muss. Und so geht es weiter, auf meiner Fahrt ins Blaue…

Wohnheimisch

Oktober 21, 2009 von felisworld

„Keine Wohnung haben, aber das E71 und ne Online-Flat! Tz!“, hat mir am Wochenende jemand gedrückt.

Wieso keine Wohnung haben? Ich wohne im Studentenwohnheim und ich liebe es hier!

Ich habe hier mein kleines Zimmerchen mit Bett, Waschbecken, Regalen, einem Kleiderschrank und einem Weissweinaufbewahrungsgerät, kurz: Kühlschrank.

Guten Morgen Siegen!

Direkt neben meinem Zimmer ist die Küche, Siemens, by the way. Wirklich schön und groß und neuerdings auch Sammelstelle für alle Mitbewohner, denn so ungefähr jeden Abend trifft man sich, um ein bisschen zu quatschen, zusammen zu essen oder Fernseh zu gucken.

Kann man ja alles machen, aber dafür braucht man erstmal die richtigen Leute. Und die habe ich hier! Nicht nur ein paar lustige Gestalten, sondern unter anderem auch ein Engelchen, das das gleiche studiert wie ich, aber eben schon im 3. Semester und 2 Zimmer neben mir wohnt. Egal, was ist oder wo der Schuh drückt, ich kann sie immer fragen!

Im Erdgeschoss haben wir noch eine kleine Bar, die 2 mal die Woche öffnet und auch ganz gut besucht wird.

Und so freut man sich nicht nur morgens auf die gemeinsame Busfahrt, denn irgendwer steht da unten immer, sondern auch abends, wenn man wieder nach Hause kommt. Es ist wirklich großartig, dass man hier immer Leute um sich hat, aber wenn man seine Ruhe braucht, einfach die Tür schließen kann. Und so wird es in der neuen Stadt ganz schnell heimisch, eben wohnheimisch.

Auch wenn die Schuhfrage noch etwas ungeklärt ist…

Die Studentin

Oktober 14, 2009 von felisworld

Alter Schwede, ich bin jetzt Studentin! So richtig! Mit eigenem Studentenausweis und einem extra für die Bib, mit einem Zimmer im Wohnheim und null Geld (<- ja, das war meistens so, aber jetzt ist es noch weniger als sonst). 

Jedenfalls finde ich das ganz schön… krass! Ich kann jetzt mit Professoren reden, latsche in Vorlesungen, falle durch Klausuren, mache mir Gedanken über ein Auslandssemester und lauter so Dinge, die für alle hier vermutlich völlig normal sind, aber für mich immer ganz weit weg waren. Man könnte sagen, ich kannte es  nur aus dem Kino.

Finde ich ganz schön verrückt. Ich komme jetzt billiger ins Freibad und in Ausstellungen und ins Kino und so. Und irgendwann werde ich mich wieder ganz schrecklich verlieben (so wie jede Woche!) und ganz ganz traurig sein, wenn es nicht funktioniert und alle werden sagen „So ist das in dem Alter. Das geht vorbei.“

Bah, schlimm!

Aber jetzt gehts zurück nach Düsseldorf, denn Vorlesungen habe ich diese Woche nicht mehr. Dafür aber suche jetzt ich mir jetzt einen Job. Ja, man macht das erst, wenns weh tut und das tuts. Denn da ich mein Geld am Liebsten da habe, wo ich es sehen kann (Kleiderschrank), wurde eigentlich nie was zurückgelegt für jobfreie Zeiten. Jaja… so ist das.

I’ll keep you updated, aber jetzt erstmal auf, auf, weiter das Leben leben! Schönes Wochenende, wünscht: Die Studentin! Am Mittwochmittag und freut sich!

Uni Tag eins — I und II.

Oktober 13, 2009 von felisworld

Das Drama nahm im Prinzip seit Donnerstag seinen Lauf: spontan entschied ich, früher nach Siegen zu ziehen, weil mir aufgefallen war, dass mein Zeitplan für Freitag nicht nur sehr kniffelig, sondern eigentlich unmöglich einhaltbar war.

Also packte ich Donnerstagnachmittag schnell alles was mir gerade so in den Weg kam ein und fuhr los.

Sonne im Rücken

Mit Rückenwind nach Siegen! Ich war völlig guter Dinge!

Vorher durch Köln, kurz ein paar Fotos machen -> Drei Blitzer und nicht einmal gut getroffen… Nun ja…

Beim Einzug galt das alte Prinzip „Lieber Gefahr laufen, alles fallen zu lassen, als einmal mehr zu gehen.“ Dieses mal musste meine Musikanlage dran glauben. Schade. Aber ich lerne es vermutlich nie.

Es war still auf dem Flur, sehr still. Ohne Musik war es dann auch im Zimmer still. Erst spielte ich mit dem Gedanken, eine CD in Papi’s Geräterie zu schieben, doch hätte mir auch vorher auffallen können, dass sich das bei einem Netbook eher schwierig gestaltet. Gott, war das still… Ausweg: Twitter.
Eben nicht! Denn gerade Twitter stürzte an diesem Tag für mehrere Stunden ab und überlies mich mir selbst.
„Aber ich könnte online gehen und irgendein Webradio hören…“, schoß mir durch den Kopf. Nein, denn weder hatte ich ein LAN-Kabel, noch einen freigeschalteten Internetzugang im Wohnheim. Krieg in meinem Kopf! Was nun?!

Doch plötzlich, ein Geräusch. In der Küche! Nichts wie hin! Da steht ein Mädchen. Hin und her, Ende vom Lied war, dass wir uns Stühle rausstellten, gemütlich 2 Flaschen Wein tranken — natürlich aus Weißweingläsern, denn ohne so etwas würde ich nie umziehen!

Am nächsten Tag stellte ich fest, ohne was ich allerdings umgezogen war: Stifte und Papier. Achja, sämtliche Unterlagen für meinen Stundenplan übrigens auch.

Na das waren doch mal tolle Aussichten.

Ausblick Mensa

Ausblick Mensa

 

Außerdem stellte sich heraus, dass diese Einführungswoche wohl doch schon Montag angefangen hatte, naja, wenigstens bekam ich Freitag die Begrüßungsrede mit.

Nicht weiter verwunderlich, dass der Tag eine Katastrophe war und ich mit dem Stundenplan nichts gebacken bekam. Wenn ich niemanden kenne, gehe ich dahin, wo es anders ist: Online. Meine Follower wurden via Twitter über jedes kleine Ärgernis und Problem auf dem Laufenden gehalten. Ein ganz großes Danke an @toox und @ToxicMelvin, die mir an diesem Tag beistanden. An alle anderen: ich werde mich bessern und habe jetzt hier schon die ersten Leute kennengelernt!
Irgendwann riss mir Freitag dann aber der Faden, ich packte meine 7 Sache und fuhr zurück nach Düsseldorf.

Montag. Jetzt aber wirklich! Fangen wir noch mal von vorne an!
Ich habe alle Sachen dabei und irgendwann mal nachgesehen, wann denn wo eine Veranstaltung für mich ist. Notiert habe ich das auch. Die Räume allerdings nicht. Schon klar, dass ich so auch wieder den ersten Termin verpennte. Aber dann, um 14 Uhr, war ich tatsächlich mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Ein tolles Gefühl!
Alle andere hatten ihre vollen Stundenpläne schon und waren bestens informiert. Zack zack, lieh ich mir einen ihrer Ausdrucke, verschwand kurz an einen Computer und 10 Minuten später war auch ich überall am Start!

Ein Prof klärte uns noch mal kurz über ein paar Details auf! WOW! Ich glaube, ich habe einen wirklich coolen Studiengang gewählt! Hörte sich zumindest alles ganz toll an!

Und so verflog meine miese Laune und die schlechte Stimmung!

Unter anderem natürlich auch, weil ich diese Woche nur 2 x mal in die Uni muss und ab nächster Woche nie vor 10 oder 12 Uhr… ganz entspannt.

Und ganz ehrlich: schon dafür hat sich der ganze Heckmeck, von dem ihr hier nur die light-Version bekommt, schon gelohnt.

Verloren in Siegen — no way!

Mit Hugo und Paul im Bett.

Oktober 5, 2009 von felisworld

Ich werde wach, blinzele langsam, öffne schließlich meine Augen. Vor mir erkenne ich einen „HUGO BOSS“- Schriftzug. Gleich unter dem Kragenrand.
Achja.
Vorsichtig ziehe ich meinen Arm unter seinem hervor und richte mich leise auf. Wo verdammt ist mein Haargummi und warum suche ich es jeden Morgen? Da ist es, perfekt. Haare durchschüttelt, zusammenbinden. Guten Tag.
Ich schaue mich um.

Zimmer: nicht meins.

Typ: bekannt.

Situation: in Ordnung.

Er ist jetzt auch wach, das wollte ich nicht, aber selbst nach massiven Nächten kann ich nicht lange schlafen.

„Morgen.“

„Morgen.“

Suchend überfliegen meine Augen das Zimmer. Ah. Da. Handy. Ich greife über ihn herüber, strecke mich und ziehe mit der Fingerspitze ganz laaangsam, aaah, aahhhhh, ha, Glück gehabt, mein Telefon vooooorsichtig in meine Hand. Auf dem Rücken liegend, einmal nach links, einmal nach rechts gerutscht und schon ist das Kissen in eine ordentlich Form gebastelt.

Keypad unlocked, Internet, yes.

Der Start durch meine morgentliche Tour beginnt: Emails, Twitter, Facebook… Na los, hau den Spruch raus, ich warte.

Es kommt kein Spruch. Kam doch auch nie. Am Vorabend nicht und wenn wir uns sonst trafen auch nicht. Stattdessen greift er zu seinem iPhone. Unauffällig wie immer wandert mein Blick vorsichtig auf sein Display  und ich stelle fest, dass er sich auch auf seinen Online-Weg begibt.

„Gut geschlafen?“

„Ausgezeichnet. Und Du?“

„Auch!“

Wir liegen nebeneinander, beide auf dem Rücken, unsere Telefonzellen in der Hand und fangen an zu quatschen. Irgendwann legen wir unseren technischen Freund zur Seite, bestellen Pizza, rekonstruieren  den Vorabend und gucken DVDs.
Es ist —abgesehen davon, dass er sowieso eine großartige Person ist—  die Tatsache, dass es keinen Spruch gab: kein „Was machst Du da?“, „Wem schreibst Du?“ und „Was? Wer ist Twitter?“.  Wie schön erfrischend anders, einfach normal. Weil wir wissen, dass es kein Zeichen von Desinteresse, Langeweile oder Unhöflichkeit ist. Es ist wohl eher ein Zeichen von „Ich weiß, dass Du es nicht falsch verstehst. Vielen  Dank dafür.“

Dafür gibt es an diesem Morgen ein anderes Zeichen.

Als ich aufstehe und zum Kühlschrank tippel, fange ich mir einen Kommentar ein, den ich so noch nie gehört habe.

„Deine Schlafanzughose ist ganz ehrlich… nicht schön.“

„Was? Das ist Paul Frank!“

„Paul… was? Smith?“

„Apfelschorle oder Bananensaft, wonach ist Dir?“
Kopfschüttelt stehe ich in der Küche.

Zum ersten Mal hat der Mann, der meine Garderobe sonst eigentlich lobt, mich kritisiert.

Wie ehrlich. Wie gut. So wie der Abend, so wie der Morgen, so wie eigentlich immer, wenn wir uns sehen. Auf  einen Kaffee, auf ein Bier, auf ein Neues.

On Facebook now

Oktober 2, 2009 von felisworld

Mal wieder viel zu spät, aber besser als nie, stelle ich fest, dass ich mal so eine Facebook-Sache für dieses Blog einrichten sollte.

In Zukunft werden die Blogeinträge nicht mehr über meine private Facebookpage gepostet, sondern über die „Blog-Fan-Page“, wobei ich es eigentlich peinlich finde, eine Fan-Page zu gründen. Ist jetzt aber so. Gründe dafür erfahrt ihr nur, wenn ihr mich auf ein Getränk meiner Wahl einladet. Gehört nämlich nicht hier hin!

Jedenfalls ist das  für alle, die kein RSS eingerichtet haben oder wollen eine nette Lösung. Sobald ich das gebacken bekomme, findet sich hier auf der rechten Seite auch so ein hübsches Facebook-Group-Kästchen. Aber da sind WordPress und ich gerade noch nicht einer Meinung!

Selbstversändlich folgen e-cards, Bettwäsche und alte Diskette mit Fan-Aufdruck… not.

So then, stay happy!

Weiter und zurück

September 27, 2009 von felisworld

Als ich das letzte mal „Weiter“ schrieb, verließ ich Düsseldorf.

Am Freitag hatte ich den letzten Tag in der neuen, alten Agentur. In den letzten Monaten haben sich alleine 23 Artikel unter der Kategorie „Hamburg“ in meinem Blog angesammelt, ein paar habe ich noch mal durchgesehen. Geschrieben wurde unter anderem über „angewohnt“ und „angekommen“. Und seit fast 4 Wochen findet mein Leben komplett hier und nicht irgendwie halb in Hannover statt.
Nicht einsam, sondern frei.  

Ich habe Freunde gefunden, die ich nur schweren Herzens gehen lasse und eine Agentur, die ich nur verlasse, weil ich muss. 

Hafen-CityHamburg, Hamburg, was ist da nur passiert? Und jetzt zurück ins kleine Düsseldorf – mir vergeht dir Lust, wenn ich allein ans U-Bahn-Netz denke. War ja klar… 

Hmmm… an der Elbe sitzen ist anders als das an den Rhein packen 

 

Mexikaner

und „Mexikaner“ trinkt man hier anders als in Düsseldorf „Killepitsch“… Und vor allem mehr! 

Wer es trinken kann, fegt es am Hamburger Berg weg wie nichts. Wer es nicht trinken kann, merkt es erst, wenn es  ihn schon weggefegt hat.  

Außerdem gibt es da noch „Fritz-Kola“. Die Cola, die damit wirbt, dass sie „vielviel Koffein“ beinhaltet, kriegt man hier fast überall, in NRW eher weniger. Und auch so ein Statement liest man nicht an jeder Ecke. 

Koks ist so...

8 Monate lang habe ich zwischen Franzbrötchen, Astra und Elbe versucht abzuwiegen, welches die bessere Stadt ist: Düsseldorf und Hamburg.

Und das, um feststellen, dass man diese Städte einfach nicht vergleichen kann. Dass es mehr als Alt und Astra, Rhein und Elbe, Michel und Schlossturm ist. Dass es das ist, was man daraus machst. Und das gilt für Siegen auch. 

Und es geht weiter, immer weiter. Und es wird besser, immer besser!

Most mentioned…

September 25, 2009 von felisworld

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