Archiv für die Kategorie ‘Ha-Ha-Hamburg’

Hamburgweh

November 16, 2009

Wir kennen das Drama ja langsam: Als ich nach Hamburg zog, wollte ich nach Düsseldorf, als ich in Düsseldorf war, wollte ich nach New York, als ich in New York war, wollte ich da bleiben.  Jedenfalls ist ja immer irgendwas.

Und irgendwas war auch dieses Wochenende in Hamburg. Auch wenn die Fahrt eher suboptimal durch eigenes Verschulden verlief und ich es sehr bedauerte, nicht mehr im alten Büro aufzuschlagen, stimmte mich die Tatsache in Hamburg zu sein so fröhlich, dass der Ärger wie im Nichts verflog.

Kiez war die Ansage und die Ansage war gut.

LandungsbrückenUnd eigentlich wollte ich Samstag ganz viel machen, aber irgendwie ging das nicht und rumlungern war die bessere Alternative. Erst am späten Nachmittag schaffte ich es kurz auf die Schanze. Doch als ich später an der Elbe langfuhr und die Sonne langsam unterging, merkte ich, was los war: Es war einfach alles wunderbar. Genau so war auch später die Party, bei der ich alte Kollegen traf und wunderbar ist es auch, dass ich noch eine Zahnbürste in Hamburg habe.

Sonntag blieb leider nicht mal Zeit für Herr Max, die Sofabar und Käffchen. Dafür blieb etwas anderes: Die Frage nach dem „Warum“?

Warum bin ich auf der Autobahn und was mache ich hier eigentlich? Mehr als sowieso stelle ich den Siegen-Plan in Frage, denn obwohl das Studium „Medienwissenschaften“ tatsächlich super ist, ist das studieren an sich nervig.

All die Zeit, die an mir vorbeizieht, dieses projektlose Treiben, wo bleibt die Aufgabe, der Lösungsweg und die Kritik an dem, was ich den ganzen Tag mache? Wo bleibt der Spaß und dann der Ernst, wenn nichts passiert? Wo sind ein paar Anmerkungen über wie es geht und wie es nicht geht?

Das Studium ist die schönste Zeit in deinem Leben?Hamburg

Siegen an sich ist mir so egal, dass ich nichts dazu sage, das Fach ist so interessant, dass ich den Standort nicht wechseln würde und die Gesamtsituation lässt sich jetzt gerade mal so beschreiben: Nicht nur Hamburg, sondern die Zeit, die Arbeit, das Team und die Freunde, die ich dort hatte, fehlen mir. Denn sie machten diese Stadt zu mehr als einer Perle — Hamburg war Gold wert. Mit allen ups und downs die beste Zeit, die ich soweit hatte.

Der Gedanke „Studium schmeißen und um einen Job betteln“ kam und ging, bleibt und wird verworfen. Nein nein, Feli, sowas machen wir jetzt nicht, du musst noch so viel lernen.

Ich hoffe einfach, dass dieses Gefühl und nicht das Studium an sich nur eine Phase ist. Und dass ich irgendwann schreibe, wie toll das Studentenleben war und wie ich es mir zurückwünsche.

Bis dahin werde ich nicht mehr traurig sein, dass ich nicht im Hamburg bin, sondern mich an den vielen schönen Erinnerungen erfreuen, die ich habe. Und so oft wie möglich zurückkommen, nach Hamburg.

Weiter und zurück

September 27, 2009

Als ich das letzte mal „Weiter“ schrieb, verließ ich Düsseldorf.

Am Freitag hatte ich den letzten Tag in der neuen, alten Agentur. In den letzten Monaten haben sich alleine 23 Artikel unter der Kategorie „Hamburg“ in meinem Blog angesammelt, ein paar habe ich noch mal durchgesehen. Geschrieben wurde unter anderem über „angewohnt“ und „angekommen“. Und seit fast 4 Wochen findet mein Leben komplett hier und nicht irgendwie halb in Hannover statt.
Nicht einsam, sondern frei.  

Ich habe Freunde gefunden, die ich nur schweren Herzens gehen lasse und eine Agentur, die ich nur verlasse, weil ich muss. 

Hafen-CityHamburg, Hamburg, was ist da nur passiert? Und jetzt zurück ins kleine Düsseldorf – mir vergeht dir Lust, wenn ich allein ans U-Bahn-Netz denke. War ja klar… 

Hmmm… an der Elbe sitzen ist anders als das an den Rhein packen 

 

Mexikaner

und „Mexikaner“ trinkt man hier anders als in Düsseldorf „Killepitsch“… Und vor allem mehr! 

Wer es trinken kann, fegt es am Hamburger Berg weg wie nichts. Wer es nicht trinken kann, merkt es erst, wenn es  ihn schon weggefegt hat.  

Außerdem gibt es da noch „Fritz-Kola“. Die Cola, die damit wirbt, dass sie „vielviel Koffein“ beinhaltet, kriegt man hier fast überall, in NRW eher weniger. Und auch so ein Statement liest man nicht an jeder Ecke. 

Koks ist so...

8 Monate lang habe ich zwischen Franzbrötchen, Astra und Elbe versucht abzuwiegen, welches die bessere Stadt ist: Düsseldorf und Hamburg.

Und das, um feststellen, dass man diese Städte einfach nicht vergleichen kann. Dass es mehr als Alt und Astra, Rhein und Elbe, Michel und Schlossturm ist. Dass es das ist, was man daraus machst. Und das gilt für Siegen auch. 

Und es geht weiter, immer weiter. Und es wird besser, immer besser!

Schanzenfest

September 14, 2009

So fing es an:

So hörte es auf:

 

Zusammengefasst:

War das einer meiner schönsten  Tage in Hamburg! Es war, bis auf ein paar kurze Schauer, wunderbar warm und sonnig. Alle möglichen Leute trafen sich im Florapark und zappelten von früh bis spät, Sofa aufm Dachwährend andere über den Flohmarkt schlenderten oder sich sich einen Spitzenplatz mit spitzen Aussicht sicherten. Es war die durchgehend gute Stimmung, ein genialer DJ und einfach nur feierlustige Leute, die diesen Tag zu einem unvergesslichen Event machten.

Irgendwann gab es noch eine Kissenschlacht vor der roten Flora, von der ich aber leider nichts gesehen habe. Polizeiaufgebot übrigens auch nicht. Selbige hielt sich dieses Mal zurück, da allein ihre Anwesenheit für viele als rotes Tuch gilt. So blieb es locker, ruhig und friedlich. 

Für manche wohl zu friedlich: Irgendwelche Hongs fingen nachts an mit Steinen und Böller die Polizeistation zu bewerfen und flüchteten – wie ausgesprochen mutig– zurück in die Menge. Auf fliegende Flaschen antwortete die Polizei mit Wasserwerfern.

Schade, dass ein so schöner Tag so gewaltsam zu Ende gehen musste.  

Für Mehr, Links und unter anderem dem Bild des Tages, bitte hier vorbeischauen!

Genauso anders

September 11, 2009

Hamburg

Wir haben uns mal zufällig kennengelernt. Über einen Hamburger Kollegen, der aus Düsseldorf kommt und dort seinen Geburtstag gefeiert hat. 

Dann trafen wir uns auf’m BAC in Köln und neulich zufällig auf der Schanze – sie wohnt jetzt auch in Hamburg. Jetzt, wo ich bald gehe.

Auf ein Bier könnte man sich ja mal treffen, dachte ich vor einer Woche. Das taten wir dann ein paar Stunden später auch. Danach ging es irgendwie nur drunter und drüber. Aus ein paar Bierchen wurden Mexikaner, viele Mexikaner. Und die Kneipentour endete in ihrer Küche. „Komm, pennste bei mir. Musste nicht so weit fahren. Ist ja auch schon spät… oder früh… anyways.“

Anyways blieb ich auch. Eigentlich für das ganze Wochenende. Zwischendurch fuhr ich nach Hause um mal Klamotten und meine Zahnbürste zu holen. Aber im Prinzip blieb ich von Freitagabend bis Montagmorgen. Und Mittwochabend habe ich den Weg nach Hause auch nicht gefunden, Donnerstag (gestern) ebenso wenig. Heute morgen bot sie mir einen Wohnungsschlüssel an. Aber heute Abend klingele ich lieber.

KücheEines morgens saß ich zum Frühstück in ihrer Küche und schaute mich um. Alles da. Und ordentlich unordentlich, aber nicht dreckig oder chaotisch. Nur eben nicht klinisch sauber und penibel. 

So muss es doch sein, dachte ich. So unbeschwert. So einfach zu handlen, so unkompliziert und und positiv anspruchslos. So super. So steht sie da einfach und lacht. Sie ist aus Düsseldorf und ist wegen Hamburg nach Hamburg gezogen. Sie arbeitet auch in einer Agentur. Sie ist aber irgendwie ganz anders als ich. Sie gibt nicht nichts auf Labels und den Schnick Schnack, dachte ich, bis sie mir ihr Marc Jacobs T-Shirt zum Schlafen gab. Sie läuft in irgendwelchen Latschen rum, dachte ich, bis ich ihre Umzugskartons sah, die bis zum Rand mit Schuhen in allen Formen und Farben gefüllt waren. Sie hat keinen Schrott mit Jungs am Laufen, dachte ich, bis sie sich setzte und erzählte. 

Sie ist ganz anders als ich, dachte ich, bis ich sie kennenlernte. Genau so ist es, nur anders. 

Sie gehört zu den Menschen, die Hamburg für mich zu Hamburg machen und dafür sorgen, dass ich diese Stadt und dieses Leben hier vermissen werde. 

Denn Hamburg ist neben einer tollen Stadt ein Ort mit ganz tollen Menschen. Und Menschen machen einen Ort ja nun mal aus. Genauso wie überall. Genau so, nur anders.

im Tunnel

September 7, 2009

Tunnelblick

wo? 

 

dahin. 

geht doch!

ach da. 

 

gut jetzt. 

ahh...

und weiter.

Astra, Baby!

September 4, 2009

Jeder kennt es, jeder liebt. Und auch auf der Ratingerstraße in Düsseldorf zieht es langsam aber sicher ein (Foto folgt). 

Bevor Astra, das Hamburger Bier, berühmt, geil und mega-in wurde, sahen die Bierdeckel übrigens so aus

Urtypisch.Bierdeckel

(Urtypisch. Wer im Norden zu Hause ist, weiß die Schönheit dieses Landes zu schätzen. Hier erfreut man sich an der Natur und genießt das Leben wie es ist. Und hier pflegt man auch die urtypischen Genüsse. Denn hier, im nordischen Land, hat Astra Urtyp Pils seine Heimat.)

Ja, so war das. Mit Astra. Vor ungefähr 25 Jahren. 

Dieses Jahr wurde das Bier 100 Jahre alt. Dazu rief die Brauerei im Internet zu einem kleinen Etiketten-Wettbewerb auf. Zu den sechs beliebtesten Vierteln Hamburgs (Hafen, Schanze, Barmbek, St. Georg, Blankenesse und St. Pauli) hat Astra selbst Sondereditions-Flaschen rausgebracht. 

Astra_Etiketten
(Quelle: astra-bier.de)

Um das Astra stand es übrigens nicht immer so gut wie jetzt: 

Das St. Pauli Bier wurde seit 1910 unter dem Namen „Bavaria“ vertrieben. Vor ungefähr 10 Jahren lief es gar nicht rosig und der Eigentümer, Brau & Brunnen AG aus Dortmund, spielte mit dem Gedanken, den Laden dicht zu machen. 

Doch, wie das in Hamburg so ist, lässt man sich hier nichts einfach so sagen: Die Bevölkerung wollte das Hamburger Original nicht aufgeben. Die Stadt Hamburg kaufte die Brauereianlage in St. Pauli auf und führte, anfangs auf 12 Monate begrenzt, die Brauerei selbst. 
Wenn nichts mehr hilft, hilft eins: Werbung. Uns so wurde das Bier nun gezielt als einfaches Arbeiterbier vermarktet. Und das mit einem nicht erwarteten Erfolg. Nicht umsonst gibt es übrigens einmal im Jahr den Weltastratag.
Leider habe ich ihn dieses Jahr verpasst.

Halb so wild, denn das Bier gibts ja auch so immer. In diesem Sinne: schönes Wochenende! 

One-Person-Kühlschrank

August 19, 2009

Wenn man alleine wohnt, lohnt es sich kaum , irgendwas einzukaufen. Vor allem dann nicht, wenn man die Wochenenden eh woanders verbringt.

Wozu Brot kaufen? Mit 10 Scheiben würde ich länger als eine Woche auskommen, aber irgendwann ist das Zeug trocken und so bah, dass man es wegschmeißen muss. Daher kaufe ich mein Frühstück lieber morgens in der Agentur. 3 kleine Brote mit Käse, Tomate, Ei und Gurke. Das ist, im Verhältnis gesehen, nicht nur günstiger, sondern erspart mir morgens 5 Minuten „Frühstück-machen“, aufräumen und abspülen.

Gemüse und so kaufen? Aber wenn ich abends nach Hause komme, fange ich nicht noch an, einen großen Topf Chilli-con-Carne oder Gemüsesuppe zu zaubern. 

Es lohnt nicht, aufwendig zu kochen, wenn man eh alleine isst, Schokolade und Chips ohne Fernseher braucht man auch nicht unbedingt und da alleine trinken besoffen macht, kaufe ich auch keinen Wein. 

mein Kühlschrank

Trotzdem ist mir aufgefallen, dass es eigentlich eine reine Stromverschwendung ist, nur ein Glas rotes Pesto im Kühlschrank zu parken. Vielleicht kaufe ich heute Abend mal wieder Wasser ein…

Oh it’s fresh, oh it’s a muffin!

August 11, 2009

Dieser Hamburger Laden „oh it’s fresh“ war mir nie geheuer. Bei dem Namen „oh it’s fresh“ bekam ich das Gefühl „oh ich muss kotzen“. Dass aber auch jeder auf dieser bescheuerten „alles frisch, alles Bio, alles nur ein bisschen teurer, aber du tust es ja für dich“-Welle mitschwimmen muss… Erzählt doch keinen Quatsch, ihr verkauft doch alle nur aufgetauten Kram! Ehrlich! 

von außenJedenfalls schleppten mich 2 Kolleginnen neulich in diesen Laden und ich durfte feststellen, dass meine Vorurteile von Bio-Bananen und überteuertem fair-trade-Kaffee unbegründet waren. Letztes Mal gab es so einen „iced coffee mocha“-Abklatsch, der wirklich ganz ok war. 

 

Heute, ja heute, musste aber nun mal zum Nachmittag ein Schoko-Muffin her. Anstatt, wie üblich, meine amerikanischen Freunde von Starbucks zu unterstützen, war ich faul –es nieselt hier auch ein bisschen– und ging nur über die Straße zu „oh it’s fresh“. „Oh, was seid ihr schick“ motze ich in meinem Kopf, bestellte dann aber doch einen mich verlockend anlächelnden Schoko-Muffin. 

Zurück in der Agentur, Kaffee am Schreibtisch, los. 

 
mmmmmhhh! rrrrrrrrr!!Und ich muss sagen, es ist ein Abenteuer: Dieser Muffin ist soft, weich, pure Schokolade, aber ohne Schoko-Stückchen. Das ist ok, denn in der Mitte: Ta Ta, ein Nougat-Kern!
Damit haben sie mich natürlich! 100 Punkte! Absolut frisch, absolut Schokolade, absolut deluxe. Absolut nur 1 Euro 50, das ist ja nen Witz!

„oh it’s fresh“, oh it’s amazing!

Ein bisschen Hamburg

Juli 20, 2009

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„Wo der alte Schlossturm steht…“

Juli 15, 2009

Ich habe mich EXTRA nicht in Düsseldorf beworben, für eine Uni, meine ich, weil ich nicht zurück will, obwohl ich diese Stadt ja so abgöttisch liebe. Ich habe mich damit abgefunden, dass ich in Hamburg bin und dass es hier auch gut ist. Sehr gut sogar. 

Aber jetzt wechselte einer meiner Kollegen in den Standort nach Düsseldorf und postete heute auf Facebook das hier: Rhein

Ja, schön, ist ja nichts weiter gegen zu sagen. Hübsch, dort. In Düsseldorf. Am Rhein. Da, wo ich mit meiner Freundin und den Hunden so oft langging, da geht übrigens auch die Autobahn ab, da in der Nähe. Da, wo einer, den ich kenne, neulich hingezogen ist. 5 Minuten von dieser Stelle entfernt, war mal ein Portugiese, der hatte einen super Wein, ist aber leider pleite gegangen. Können meine Freunde und ich uns bis heute nicht erklären. Da in der Nähe, da ist das Chateau Rixx, da sind wir auch schon ganz oft versackt und dort habe ich in meinen 21. Geburtstag reingefeiert. Da ist Oberkassel. Da ist Düsseldorf. Und ich bin hier.

Und plötzlich ärgert es mich ungemein. Plötzlich scheiße ich auf Hamburg, auf die A2 oder A1, alles was dazwischen liegt. Auf Astra und Elbe, Schanze und Straßenschlachten. 

Plötzlich will ich wieder zu meinem kleinem Hündchen, ihn frei am Rhein laufen lassen und mit meiner Freundin rumlungern. 

Tschüss Schade, so ist das. 

Und ich weiß, dass ich in Düsseldorf jetzt aus dem Fenster gucken würde und mich fragen müsste, was wohl wäre, wenn ich weggegangen wäre – und bin froh, dass ich hier bin.
In Hamburg.
Und nicht in Düsseldorf.
Obwohl es da auch schön ist.