Ein Jahr

By felisworld

Natürlich, war ja klar, anbei verspätet mein Abschiedsgeschenk. Das Buch, von dem ich hoffe, dass es dir gefällt und ein kleines Andenken an zu Hause, Hamburg, uns, mich. Natürlich im Scheckkarten-Format. 

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Damit du mich nicht vergisst. Weil ich dich nicht vergessen werde. Weil ich Samstag erst merkte, was das heißt, wenn du weg bist. So weit. So lange. Und ich hier, ohne dich.

Ich wünsch dir alles erdenklich Gute, es ist ja nur ein Jahr. Dann irgendwann oder danach kommst du ja vielleicht zurück. Nur ein Jahr, das sind gerade mal 12 Monate. Das geht also. Einmal Sommer, einmal Herbst, einmal Winter, einmal Frühling. Einmal dein Geburtstag und einmal meiner.  Also nicht so schlimm. Wenn man bedenkt wie lange man sich schon kennt… Dass ich am Tag meiner Führerscheinprüfung dein Auto fahren durfte, dass du schon vor Jahren wusstest, dass ich drei Pain au Chocolat auch esse, wenn ich vorher 5 mal sage, dass ich keine möchte, dass du mich „aus Spaß“ so feste geschlagen hast wie zuvor kein anderer und auch ein genau so böses Echo zurück bekommen hast. Dass du mich bei 40 Grad Fiber erst verarscht und geärgert hast, dich danach so rührend um mich gekümmert hast. Als einziger hast du mir ins Gesicht gesagt, dass ich manchmal ein egoistisches Miststück bin, hast mich mit den verachtesten Blicken gestraft, mir Mut gemacht, Anerkennung gezeigt und warst standhaft, wenn ich durch den Wind war. 

Nur ein Jahr. Ein Jahr ohne dein Auto in der Einfahrt, um zusammen nach Köln zu fahren, mit Musik, bei der man ganz laut mitsingen kann und alles andere vergisst. Ohne Spanien oder Frankreich, ohne tanzen am Fenster, ohne drei Flaschen Weisswein vor dem Frühstück. Und es wird mir auch keiner mehr Orangensaft ans Bett bringen und heimlich Bacardi reinmischen und gespannt zu sehen, ob ich wohl was merke…

Kein Mocha mehr mit Low-Fat-Milch, kein „walking wine and wasting time“, kein Tabasco Wettrennen.  

Ein Jahr ohne ausschlafen, weil es außer dir niemand geschafft hat, mich zum Ausschlafen zu bewegen. Aber vor 10 Uhr werde ich bei dir einfach nicht wach.

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Ein Jahr ohne die Aufbackbrötchen, die du immer für sonntags gekauft hast. Ein Jahr ohne Butter, denn selbst die habe ich bei dir gegessen. Und diesen einen Käse und immer den gleichen Aufschnitt. Ohne dich schmeckt das ganze Zeug aber nicht.

 

Zusammen haben wir mehr geraucht, getrunken und gefeiert als es gut für uns war… Obwohl es doch immer gut war.

Du bist einzigartig und mein bester Freund. Du kennst mich lachend und weißt, wann ich weine. Und für beides kannst du der Grund sein.

 

Und du wirst mir fehlen. Dabei ist es nur ein Jahr.

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