Ich springe in den Supermarkt. Wasser, Wein, so jetzt haben wir ja alles… NEIN, stopp! Der Freund kommt morgen.
Wir brauchen also was zu Essen. Morgenabend, bevor wir losziehen. Nudeln mit Pesto wäre wohl die einfachste Alternative. Alternative zu was?! Das gab es letztes Wochenende und, wenn man ehrlich ist, immer, wenn ich das Zepter in der Hand halte…
Aber zu Nudeln muss man doch noch was anderes essen können, denke ich mir. Alles, was mit Fleisch zu tun hat, weglassen. Also zu Nudeln könnte man… ich laufe durch die Gänge… Ah, Oliven. Nein, Oliven sind das Einzige, was er nicht mag.
Da, Brot. Mmmm, leckeres Brot könnte man kaufen. Ja, is’ klar! Wie toll ist das denn?! Brot wieder zurücklegen.
Käse. Isst er eigentlich Käse? Meistens lassen wir ja das Frühstück ausfallen und essen direkt was warmes, weil es die Uhrzeit und das Gefühl gerade so wollen.
Reis. Reis ist gut. Mal was Neues, hach, wie schrecklich kreativ. Und zu Reis isst man … kein Pesto! Aber Paprika und so was… Vor meinen Augen sehe ich die fertige Reispfanne. Und wie sie in den Müll wandert, weil sie eigentlich eher ungut schmeckt.
Vielleicht ist es auch meine Küche. Meine Küche ist nämlich bei Weitem nicht so gemütlich wie seine.
„Sag mal, worauf hättest du morgen Abend eigentlich Lust… So essenstechnisch?“
„Sollen wir nicht essen gehen?“
Ein Teil von mir schreit „JA!“, der andere „Nein!“, heraus kommt ein „Mmmmh…“
Hin und her, ich laufe weiter. Warum kann er das alles und ich nicht? Warum kann er nicht nur so gut kochen, sondern wüsste jetzt auf Anhieb, was zu Reis, Nudeln, Kartoffeln und Co. ganz ausgezeichnet passen würde? Warum ist es eigentlich immer besser, wenn er es macht?
Für mich holt er die Jakobsmuscheln raus, oder Garnelen, so gar in Speckmantel. Und selbst wenn nicht, gibt es dies und das mit solchem und jenem… Und er steht einfach da und guckt zu, wie sich mein kulinarischer Horizont erweitert. Bei ihm gibt es immer diesen Wein, den er so mag und ich auch, was auch immer auf den Teller kommt, schmeckt nicht nur, sondern sieht auch immer so liebevoll hergerichtet aus. Es gibt immer irgendwas, was es zu Hause nicht gibt. Und natürlich übertrifft auch die Playlist auf seinem Mac meine, weil ich keine habe. Sondern nur Radio.
Das einzige, was er nicht kauft, ist Schokolade. Weil sie so schnell weg ist und so schnell dick macht.
Seine letzte Worte gehen mir durch den Kopf: „Ach, dann kauf jetzt irgendwas und wir gehen morgen essen…“
Er hat Recht. Weil sich bis morgen alles noch mal ändert. Nudeln kaufe ich trotzdem, und Pesto, rotes, nicht grünes, wie letztes Wochenende. Und Brot und Käse. Vielleicht mag er den ja. Und Schokolade. Denn die gibt es bei ihm zu Hause nicht…