Archiv für April 2009

Der Tipp

April 29, 2009

Jeden Tag hören wir Leute sagen, dass wir, wenn wir mal irgendwo hier und da sind, unbedingt in diesen Laden, dieses Hotel oder diese Bar gehen sollen, dessen Namen man entweder nicht aussprechen kann oder man einfach so wieder vergisst. Jeder klugscheißert rum, weil er schon mal irgendetwas weltbewegendes erlebt und gesehen hat, was jeder mal gesehen haben sollte, bevor er stirbt. Ganz großes Kino. Aber manchmal gibt es auch einfache kleine, gut gemeinte Ratschläge und Tipps. Befolgt oder angenommen werden sie jedoch in den seltensten Fällen.

Sie kommt aus der Nähe von Hamburg und hat nun einen Freund in Düsseldorf. Nachdem wir ein paar mal telefoniert hatten, trafen wir uns an der Shell Tankstelle am Ende meiner Straße, weil sie mit mir wieder in Richtung Norden fahren wollte. Ich mochte sie, also, fand sie gut, im Sinne von, dass ich froh war, dass sie so einen freundlichen Eindruck am Telefon machte. So herzlich, so nett, auch irgendwas Mitte 20, es würde eine lustige Fahrt werden.

Und das wurde es auch. Tatsächlich verstanden wir uns auf Anhieb, quatschten den ganzen Weg durch. Irgendwann klingelt ihr Handy und sie sprach mit ihrer Schwester. Sie beschlossen, in ein paar Wochen zusammen nach Düsseldorf zu fahren, für ein verlängertes Wochenende. Als sie aufgelegt hatte, fragte sie, wo man denn gut essen könnte in Düsseldorf. Ich konnte nicht anders, meinen Lieblingsladen musste ich ihr empfehlen, den Laoten. 

Am nächsten Tag schickte ich ihr per Email den Link und schlug ihr vor, diese Suppe mit der Kokosmilch zu probieren.

Einige Wochen später war ich auch wieder in Düsseldorf. Mit meiner neuen Lieblingsperson, die dank eines Blogeintrags neugierig auf den Laoten geworden war. So bestellte ich einen Tisch, wir kamen, wie immer, wenn wir zusammen sind, ein bisschen später, aber das war wohl nicht weiter schlimm. Es war so herrlich warm draußen, dass wir beschlossen, den Platz zu wechseln, als vor der Tür etwas frei wurde. Jeder ein Bier Lao in der Hand und eine Suppe und raus. Plötzlich hörte ich jemanden „Feli?“ rufen, so halb laut, aber so, dass man es hören konnte. Ich drehte mich um und da saß sie, mit ihrem Freund und der Schwester und auch ihrem Freund. 

„Nein! Was für ein Zufall!“, sie sprang auf und drückte mich. Auf dem Tisch standen lauter Cocktailgläser, offensichtlich tranken die 4 sich gerade durch die Karte. „Was für ein wunderbarer Tipp!“, sagte ihr Freund und begrüßte mich auch. 

Wir quatschten kurz, dann kehrte ich zu meiner Begleitung und meiner Vorspeise zurück. 

Ich schaute noch ein paar mal rüber und wir wechselten noch ein paar Worte. Es freute mich nicht nur, sie zu sehen, sondern auch, dass sie meine Empfehlung angenommen hatte. Und sie hatte sogar die Suppe, von der ich ihr vorgeschwärmt hatte, bestellt und war mit mir einer Meinung: ausgezeichnet!

Fuchsblume

April 24, 2009

Fuchsblume

Vielleicht sollte ich lieber was mit Floristik machen… Oder mit Brauereiwesen…

So schön Rot

April 22, 2009

Als ich durch Hamburg lief, bewaffnet mit meinem Mocha und meiner getrübten Laune, sprach mich ein Kerl an, der mir entgegen kam. „Das Rot steht dir übrigens ausgezeichnet.“, sagte der Fremde. „Danke“, erwiderte ich überrascht, lächelte, schaute auf meinen roten Mantel und wollte weiter. Doch er redete plötzlich von Karl Lagerfeld und dessen Meinung zu Rot. „Und gerade der schwarze Rock dazu!“ Er ging dann über zu Manchester United, deren Trikot-Farbe wohl auch rot ist (ich bin ja nicht so im Thema Fußball), worauf ich entgegnete, dass ich nur das Rot von Fortuna Düsseldorf kenne. Damit müsste man ein Gespräch ja einfach beenden können. „Ach, aus dem Rheinland kommst du… Ich weiß noch, wie es war, als Fortuna Düsseldorf in der ersten Liga spielte“, erzählte er weiter. Ich nicht, dachte ich, ist ja auch schon länger her. Doch nicht genug, es ging weiter zu den Toten Hosen und schließlich zu Ronald Biggs. Nach ungefähr 5 Minuten sagte ich dann, dass ich nun wirklich weiter müsse. „Mach’ das! Schönen Tag noch! Und du solltest öfter Rot tragen…“, verabschiedete er sich. 

Was für ein aufschlussreiches Gespräch!

Wenn VISA ‘die Freiheit’ für ‘eine Shoppingmeile’ aufgibt

April 20, 2009

VISA 1993Ich sehe sie immer noch vor mir. Sie läuft aus dem Wasser, geht an eine Bar oder so was, zieht die VISA Kreditkarte aus ihrem Badeanzug und zahlt… Wow, was für ein Spot. Und dieser lief 1993. Damals war ich 7 Jahre alt (‘86 Jahrgang, oh yes!). Mit 7 Jahren wusste ich nicht mal was eine VISA ist, geschweige denn, dass ich mir jemals überlegt hätte, dass man sie im Meer verlieren kann. Ich glaube, die Werbung hat mich damals auch nicht sonderlich interessiert.

Doch es singt immer noch „Visa, die Freiheit nehm’ ich mir“ in meinem Kopf, wenn ich an diese Karte denke. Dass auch ein Spot mit einem Mann, der anfangs nackt über den Strand läuft und am Ende angezogen auf seiner Hochzeit antanzt, kürzlich rausging, ist schon längst wieder vergessen. Nur durch das Ergebnis bei Google konnte ich mich wieder leicht daran erinnern. 

 

Jedenfalls bin ich jetzt groß. Also, größer zumindest. Ich betachte Werbung mit einem anderen Auge als damals. Vor ein paar Tagen stand ich so an der S-Bahn Station, ahnte nichts böses und sah plötzlich dieses Plakat. Es ist leider schäbbig fotografiert, aber die beste Kamera hätte nicht gerettet, was ich da sah:

Visa 2009„Das Leben läuft leichter, wenn ganz Europa zur Shoppingmeile wird.“ Aha. Und schön mit Gewinnspiel und so. 

Man muss vermutlich selbst mal vor dem Plakat stehen und sich ansehen, wie billig diese Taschen mit den lächerlichen Städtenamen-Aufdrucken aussehen. Die ganze Aufmachung –ich bin weder Kreativer, noch Arter, aber das tut hier nichts zur Sache– halte ich für eine Katastrophe. Wen wollt ihr denn damit bitte ansprechen?! Motiv, Typo, alles, bah!  

Ich weiß nicht, wer das zu verantworten hat. Denn hinter Werbung steckt immer nicht nur eine Agentur, sondern auch ein Unternehmen. Aber ganz ehrlich: Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen: Geschmack, zum Beispiel.

IKEA – schwedischer Service für Spiegelvergesser

April 15, 2009

Wir liefen um 2 Minuten vor 21 Uhr noch schnell zur Kasse… „Ach, der Spiegel“, sagte meine Freundin, rannte um die Ecke, hastete zurück zu den Spiegel-Regalen und holte das Exemplar, das ich mir vorher ausgesucht hatte. Aha, der Spiegel also. Jetzt noch schnell durch die SB-Kasse und… huch, Geld, Karten, alles zu Hause. Die Freundin hilft aus. Weiter zur Warenausgabe, meinen neuen Möchte-Gern-Schrank-Alles-Könner-Und-Leben-Verschönerer abholen.

Zu Hause angekommen wird selbiges Gerät zusammengebaut. Plötzlich merken wir, dass zwischen grünen Servietten, pinkem Kehrblech und anderem Gedöns, von dem man vorher nicht wusste, das man es brauchte, eins fehlte: Der Spiegel. Verdammt. Wir haben ihn an der blöden Kasse stehen gelassen, weil wir voll bepackt waren und weiter zur Warenausgabe mussten.

Am nächsten Tag googlete ich die IKEA-Filiale. Meine Freundin bestand darauf, dass ich da anrufe, das „Malöhr“ erkläre und den Spiegel abhole.

Für ALLE IKEA-Filialen, gibt es eine Nummer: 0180 5 35 34 35 *
* 14 Cent aus dem Festnetz der T-COM. Mobilfunkpreise abweichend.

Naja. Na gut. Am Telefon ist Anna.Anna, das IKEA Girl Eine Anrufbeantworterstimme, die mich auffordert zwischen „Aufbauhilfen“, „IKEA FAMILY“-Card, „Rückgaberecht“ und anderem Quatsch zu wählen. Ich wähle die „IKEA FAMILY“-Card und hoffe, bald mit jemandem der menschlichen Spezies verbunden zu werden, um die Nummer meiner IKEA-Filiale rauszukriegen.

„Die IKEA FAMILY-Card“, schießt Anna los und labert mir eine Frikadelle ans Bein, bevor sie mir sagt, welchen Knopf ich drücken muss, um zurück ins Hauptmenü zu kommen. Will ich aber nicht. Ich gebe auf, weil ich keinen Bock mehr habe. Anna kann mich mal, entscheide ich. IKEA übrigens auch. Dämliche Hot Dogs… 

Aber eine Email, die schreibe ich noch. Obwohl Anna bestimmt auch dafür nur eine Standard-Reply-Mail hat.

Ich bin sauer.

Am nächsten Tag bekomme ich eine Mail von IKEA. Aha, auch schon angekommen, bestimmt so eine „Wir haben Ihr Anliegen erhalten und melden uns, wenn wir sonst wirklich gar nichts mehr zu tun haben.“
Falsch.

In der Mail steht:

Sehr geehrte Frau Hackmann,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Es wurde in Hamburg Moorfleet ein KRABB Spiegel (Art. 94890300) als
gefunden gemeldet.

Sollte dies der Spiegel sein, den Sie vermissen, wenden Sie sich bitte
mit Ihrem Originalkaufbeleg an die Mitarbeiter des Infostandes im
Eingangsbereich.

Mit freundlichen Grüßen

Barbara (Nachname weggelassen von Feli)
IKEA Service Center

Es geht also doch. Sieh mal einer an! Danke, Barbara, nicht Anna

Es überrascht mich, denn jeder, der schon mal versucht hat mit der Telekom oder anderen „größeren“ Unternehmen etwas per Mail zu regeln, weiß, dass das meistens nichts wird und „dass die Mail wohl leider nicht angekommen ist“.

Daumen hoch, für IKEA! Zu mindest auf der eMail-Basis. 


Wenn ein Radiosender twittert…

April 9, 2009

(This is Twitter)

Es begann mit Antenne Düsseldorf, denen folgte ich als erstes. Danach kam irgendwann 1Live, später NJOY. Dass NJOY twittert, habe ich übrigens im Radio erfahren. Die anderen Sender schwiegen/schweigen derweilen über ihre Twitter-Existenz. Dann kam eben via @Digicamclub rein, dass Radio_Hamburg über ihre Top 820 twittert, die sie jetzt über Ostern ausstrahlen.

Über Radio Hamburg hatte ich mich schon heute morgen geärgert, weil mir das Gerede und so irgendwie auf den Sender ging. Naja, ich schweife ab. Jedenfalls warf ich mal einen Blick auf ihre Twitter Seite.

Radio_Hamburg Twitter 

Hier mal was zum Thema „Blickführung“:

1. Followerzahl: 67
2. Followingzahl: 0
3. Updates: 10
4. Querlesen der Tweets: TOP 820, twitpic…

Persönliche Auswertung nach 10 Sekunden:
Sie sind neu hier, das erkennt man an der Zahl der Updates und der Follower. Aber sie selbst followen nicht. Finde ich in diesem Fall unpassend. Aber, obwohl sie neu sind, haben sie sich schon mit Twitter „auseinander gesetzt“. Sehe ich daran, dass sie schon wissen, was Twitpic ist und es nutzen. (Ist ja auch nicht selbstverständlich)

Zum Vergleich: die Seite von Antenne Düsseldorf

Antenne Düsseldorf Twitter

1. Followerzahl: 277
2. Followingzahl: 42
3. Updates: 3.254
4. Querlesen der Tweets: Nachrichten in Kurzform aus Düsseldorf, mit twiturl-Link zur Seite. 

Und dann haben wir dann noch NJOY

NJOY Twitter Seite

1. Followerzahl: 418
2. Followingzahl: 521
3. Updates: 553
4. Querlesen der Tweets:  Fragen und Aufforderungen zur Meinungsäußerung, z. T. Infos

Ganz klare Kiste: Es gibt bei Twitter kein richtig und falsch, weil jeder selbst entscheiden kann, ob er folgt  („followt“) oder nicht.

Radio_Hamburg finde ich uninteressant, langweilig. Es ist nicht meins.

Antenne Düsseldorf finde ich super, weil man immer auf dem aktuellen Stand der Dinge ist. Sie verbreiten auf diesem Weg die Nachrichten der Stadt.

Aber NJOY hat mir was getwittert, als ich mich über die Bahnprobleme in Hamburg beschwerte und (an alle) schrieb, dass ich nicht wisse, wie lange ich noch auf den Zug warten müsse. Während Freunde Replies wie „Haha!“ oder „Was machst du auch in Harburg?“ schickten, sendete NJOY was über die Störung am Bahnhof und dass es gleich weitergehen müsste. Ging es nicht, aber das war auch nicht ihre Schuld.
Jedenfalls hat das die Erwartungen, die ich jetzt habe, hochgesetzt. Denn genau das ist es, was ich erwarte, wenn sich Organisationen/Unternehmen/wasauchimmer zu Twitter begeben.
Nur irgendwelche News rauszuknallen und die Fans zu unterhalten reicht nicht und ist nicht genug, man muss in den Dialog gehen, lesen und gelesen werden. Des Weiteren pflegt NJOY ein Blog, das ich neulich gelesen habe und auch richtig gut fand.

Eine Übersicht über weitere twitternde Radiosender findet ihr übrigens hier.

Grüne Pizza oder rote Zahlen?

April 8, 2009

So kam meine Pizza zu mir:

Pizza

Total normal, denkt ihr jetzt. Jaaaha, aber: So hielt sie auch der sympathische Pizza-Junge in der Hand.

Es gab nur den Pappboden, was mich zu der Frage brachte:

Warum verzichtet man neuerdings auf einen Pizzakarton?

Und es gibt für mich nur 2 mögliche (naja, 3 mögliche) Antworten:

1. Wir wollen was für die Umwelt tun und darum kriegt nicht jeder seinen eigenen Karton, der so wie so weggeworfen wird

2. Wir können uns keine Pizzakartons mehr leisten (bei ebay gibt es 200 weiße, unbedruckte für 46 Euro) 

3. Wir haben den Karton vergessen, bzw. er wurde auf dem Weg in Harburg geklaut

Der Bursche (Pizza-Bote) stand vor mir mit so einem Styropor-Ding und überreichte mir dann die Pizza. Naja, so lange sie warm bleibt, ist es mir wurscht. Und lecker war sie auch.

scharfe Sache Ich persönlich finde die Idee ja genial, leider habe ich es aber nur selten gesehen: Werbung auf Pizzakartons. Aber zu Zeiten der Finanzkrise und/oder der grünen Welle, ist das vielleicht auch eher unbeliebt als super cool.

Papierloses Leben?

April 7, 2009

„Print ist tot!“, quasselte und betonte dieser Typ neulich und es war unschwer zu erkennen, wer aus unserem Büro seiner Meinung war und wer nicht. Printmedien verschwinden also (angeblich) aus unserem Leben. Und viele arbeiten auch daran, ihren Schreibtisch papierfrei zu halten. Aber ist das aufgeschriebene oder gedruckte Wort so überflüssig?

Jeder Mensch arbeitet verschieden. Einige drucken viel aus, einige nur manches, einige nichts. Ich bin jemand von der „ich drucke manches aus“-Fraktion. Dabei achte ich allerdings darauf, was ich ausdrucke. Ich suche mir Sachen raus, die ich für sinnvoll halte, nicht jede Mail muss ausgedruckt werden. Wenn jemand fragt, wie der letzte Layoutstand ist, zack, Mappe auf, Papier raus, ta ta, voilá. Sonst hängt man erst wieder stundenlang vorm Rechner, sucht in seinem PDF-Ordner und den Mails nach Feedback. 

Außer man ist so gut sortiert, wie eine meiner Kolleginnen, die wirklich alles elektronisch tip top organisiert hat. Ich stand neben ihr und sie suchte nach einem älteren Projekt und innerhalb von 3 Klicks war alles da und nachvollziehbar und ich unheimlich begeistert. 

Trotzdem ist es irgendwie in meinem Kopf, dass man manche Dinge ausdrucken sollte. Schmiert der Server ab, kappt man die Internetverbindung oder passiert ähnlich grausames, steht man nämlich ziemlich im Maggi. Dass das natürlich die totale Ausnahme ist, ist mir bekannt. Aber leider sind mir auch gerade diese Ausnahmen bekannt.
Bestes Beispiel: Akku leer, Telefonnummer im Handy. Meine Freunde wollten mich im Januar 2007 am Düsseldorfer Flughafen in Empfang nehmen, als ich aus den USA zurückkam. Überraschender Weise war mein Flieger 90 Minuten früher gelandet als geplant. Mein Akku war leer, da ich das Ladegerät mal zu Hause gelassen hatte, so leer, dass das Gerät nicht mal anging. Schade. 

Das hatte zur Folge, dass ich nicht 100%ig wusste, ob die Freunde überhaupt noch kommen wollten, weil wir seit 10 Tagen nicht mehr miteinander kommuniziert hatten und ich nicht sicher sein konnte, ob sie wirklich früher aus dem Urlaub gekommen waren als geplant. 

Der Feli ihr Timer...

Ende vom Lied war, dass ich mittags bei meiner Freundin anrief, die stinksauer war, weil sie sich nach wenigen Stunden Schlaf zum DUS gequält hatte und keine Feli in Sicht war. „Warum hast du nicht angerufen?“ – „Weil ich deine Nummer nicht auswendig kenne…“ – „Hast du sie nicht irgendwo aufgeschrieben?“ – „Nee, nur im Handy.“, antwortete ich und übertrug noch in dem Moment die Nummer in meinen „Papiertimer“. 

Denn auch da bin ich manchmal etwas 0.8. Ein Leben ohne mobileWeb möchte ich mir nicht mehr vorstellen, aber Termine, Geburtstage und Co. sind in meinem Kalender festgehalten. So weiß ich dann, wenn das nächste Mal der Akku meiner Telefonzelle leer ist, zwar nicht jede Telefonnummer, aber noch den Geburtstag von Onkel Klaus, den Anfang der Winterferien und meinen nächsten Zahnarzttermin. Macht die Sache nicht besser, aber auch nicht schlechter. 

Papier-Handy?

Des Weiteren stelle ich gerade fest, dass mein Timer eigentlich fast alle Handyoptionen beinhaltet. Ich finde im hinteren Teil Post-its in verschiedenen Farben, Fotos (ja, nicht die farbigen Dinger auf einem Monitor, sondern so Bilder auf Papier ausgedruckt!), die an die Urlaube in Kapstadt, Spanien und Frankreich erinnern und eine Minimap für Deutschland, die ein Navi ersetzen könnte! Man weiß ja nie was passiert!

Man könnte vielleicht ohne Papier leben, ich für meinen Teil möchte es aber nicht. Genau so wenig, wie ich auf Printmedien verzichten möchte, weil es nicht das gleiche ist, die VOGUE in aller Ruhe durchzublättern oder mit einer Maus auf Bildchen rumzuklicken. Es ist auch nicht das gleiche, sonntagsmorgens im Bett eine Zeitung durchzusehen und sie knistern zu hören oder mit dem Fingerchen auf dem iPhone rumzupatschen.

Für mich, nur für mich, ist klar, Print und Papier leben (noch). Denn es ist mehr als eine reine Informationsquelle, es ist ein Stückchen Kultur, ein Lebensgefühl. Dass sich in Zukunft einiges ändern wird, ist mir aber trotzdem bewusst. Und sind wir mal ehrlich: Würden wir immer an alten Dingen festhalten, hätten wir jetzt noch Steinplatten, von denen wir lesen würden.

Der Blumenladen

April 2, 2009

BlümchenDer Weg ist gräulich, die Leute noch ein bisschen müde und gummelig. Auf Twitter werden auch noch keine Fotos gepostet, die Welt ist noch relativ schwarz-weiß, sehr wenig 4c.
So ist das morgens.
Auf dem Weg zum Hamburger Hauptbahnhof.

Blümchen

Doch dann, nach der Treppe, zwischen den vielen, vielen Leuten, die durch den Bahnhof hasten, kommt er, der Blumenladen! Ein wunderbares Farbenmeer, bevor man wieder die Treppe runterläuft, zur U-Bahn, wo es wieder weniger farbenfroh zu geht.

Aber für diesen Anblick nehme ich morgens immer gerne einen kleinen Umweg in Kauf!

Angewohnt

April 2, 2009

Es ist eingespielt, normal geworden. Wach werden, aus dem Fenster in den Himmel blicken und ihm nicht trauen. Denn: Noch befinden wir uns südlich der Elbe, nördlich der Elbe sieht die Welt –naja, die Wetterlage– anders aus. Aufstehen, duschen, anziehen, fertig machen. Die Dinge nehmen so ihren Lauf. 

Bus, S-Bahn, U-Bahn, Büro. Erst ab diesem Moment ändert sich der Tag. Manchmal ändern sich die Gesichter von Tag zu Tag, die Aufgaben, die Leute, mit denen man mittags rausgeht, die Launen, das Abendprogramm. 

„Und hast du dich denn gut eingelebt in Hamburg?“ – „Na, sicherlich! So eine tolle Stadt… Doch doch, auf jeden Fall…“

Naja, so halb. Langsam kenne ich wenigstens einen Teil der Infrastruktur relativ gut. Ein paar Leute, ein paar Läden, einen Bruchteil.

Weil ich ja auch in meiner freien Zeit nicht so viel –aus verschiedenen, für hier und jetzt zu verzwickten Gründen– hier bin, in Hamburg.

Diese Stadt ist anders, aber nicht mehr neu oder fremd, ich habe mich daran gewöhnt, sie ist nur an manchen Ecken noch etwas unbekannt, aber doch sehr schön. 

Ich habe meinen Platz gefunden, in der Agentur.
Meinen Weg, hin und her.
Meine Leute, alte und neue.

Nur mich, mich finde ich hier nicht.

Denn ich finde mich nicht mehr als den Menschen, den ich kenne. Meine Haare sind die gleichen, mein Geschmack auch, auch lege ich Wert auf die gleichen Sachen. Aber irgendwas fehlt mir, das ich nicht finde. Diese Leichtigkeit, obwohl hier alles wirklich wunderbar läuft, beruflich. Vielleicht, habe ich mir überlegt, vielleicht fehlt mir mein eigenes Lachen. Dieses laute, unpassende Lachen, bei dem mir der Bauch weh tut und die Tränen runterrollen, wegen nichts und wieder nichts. Ich lächele und ich lache auch, aber ich lache lache nicht. 

So schmeckt der Sommer... Also, es gibt genug Anlässe, um sich zu freuen und zu lachen. Es ist so wie ein stilleres Freuen. Hat es was mit Ruhe zu tun? So mit innerer Ruhe? Fühle ich mich ausgeglichener? Jooaaa.. geht so. Mir haben ja früher öfters Leute gesagt, dass ich sehr unruhig wirke, so innerlich aufgewühlt und so. Hm. 

Vielleicht habe ich mich angewohnt, aber noch nicht richtig eingewöhnt. Und trotzdem freue ich mich, über jeden Tag. Immer wieder. Heute, ganz besonders über das wunderschöne Wetter. Nur eben leiser, ruhiger.