Jeden Tag hören wir Leute sagen, dass wir, wenn wir mal irgendwo hier und da sind, unbedingt in diesen Laden, dieses Hotel oder diese Bar gehen sollen, dessen Namen man entweder nicht aussprechen kann oder man einfach so wieder vergisst. Jeder klugscheißert rum, weil er schon mal irgendetwas weltbewegendes erlebt und gesehen hat, was jeder mal gesehen haben sollte, bevor er stirbt. Ganz großes Kino. Aber manchmal gibt es auch einfache kleine, gut gemeinte Ratschläge und Tipps. Befolgt oder angenommen werden sie jedoch in den seltensten Fällen.
Sie kommt aus der Nähe von Hamburg und hat nun einen Freund in Düsseldorf. Nachdem wir ein paar mal telefoniert hatten, trafen wir uns an der Shell Tankstelle am Ende meiner Straße, weil sie mit mir wieder in Richtung Norden fahren wollte. Ich mochte sie, also, fand sie gut, im Sinne von, dass ich froh war, dass sie so einen freundlichen Eindruck am Telefon machte. So herzlich, so nett, auch irgendwas Mitte 20, es würde eine lustige Fahrt werden.
Und das wurde es auch. Tatsächlich verstanden wir uns auf Anhieb, quatschten den ganzen Weg durch. Irgendwann klingelt ihr Handy und sie sprach mit ihrer Schwester. Sie beschlossen, in ein paar Wochen zusammen nach Düsseldorf zu fahren, für ein verlängertes Wochenende. Als sie aufgelegt hatte, fragte sie, wo man denn gut essen könnte in Düsseldorf. Ich konnte nicht anders, meinen Lieblingsladen musste ich ihr empfehlen, den Laoten.
Am nächsten Tag schickte ich ihr per Email den Link und schlug ihr vor, diese Suppe mit der Kokosmilch zu probieren.
Einige Wochen später war ich auch wieder in Düsseldorf. Mit meiner neuen Lieblingsperson, die dank eines Blogeintrags neugierig auf den Laoten geworden war. So bestellte ich einen Tisch, wir kamen, wie immer, wenn wir zusammen sind, ein bisschen später, aber das war wohl nicht weiter schlimm. Es war so herrlich warm draußen, dass wir beschlossen, den Platz zu wechseln, als vor der Tür etwas frei wurde. Jeder ein Bier Lao in der Hand und eine Suppe und raus. Plötzlich hörte ich jemanden „Feli?“ rufen, so halb laut, aber so, dass man es hören konnte. Ich drehte mich um und da saß sie, mit ihrem Freund und der Schwester und auch ihrem Freund.
„Nein! Was für ein Zufall!“, sie sprang auf und drückte mich. Auf dem Tisch standen lauter Cocktailgläser, offensichtlich tranken die 4 sich gerade durch die Karte. „Was für ein wunderbarer Tipp!“, sagte ihr Freund und begrüßte mich auch.
Wir quatschten kurz, dann kehrte ich zu meiner Begleitung und meiner Vorspeise zurück.
Ich schaute noch ein paar mal rüber und wir wechselten noch ein paar Worte. Es freute mich nicht nur, sie zu sehen, sondern auch, dass sie meine Empfehlung angenommen hatte. Und sie hatte sogar die Suppe, von der ich ihr vorgeschwärmt hatte, bestellt und war mit mir einer Meinung: ausgezeichnet!

Ich sehe sie immer noch vor mir. Sie läuft aus dem Wasser, geht an eine Bar oder so was, zieht die VISA Kreditkarte aus ihrem Badeanzug und zahlt… Wow, was für ein Spot. Und dieser lief 1993. Damals war ich 7 Jahre alt (‘86 Jahrgang, oh yes!). Mit 7 Jahren wusste ich nicht mal was eine VISA ist, geschweige denn, dass ich mir jemals überlegt hätte, dass man sie im Meer verlieren kann. Ich glaube, die Werbung hat mich damals auch nicht sonderlich interessiert.
„Das Leben läuft leichter, wenn ganz Europa zur Shoppingmeile wird.“ Aha. Und schön mit Gewinnspiel und so.
Eine Anrufbeantworterstimme, die mich auffordert zwischen „Aufbauhilfen“, „IKEA FAMILY“-Card, „Rückgaberecht“ und anderem Quatsch zu wählen. Ich wähle die „IKEA FAMILY“-Card und hoffe, bald mit jemandem der menschlichen Spezies verbunden zu werden, um die Nummer meiner IKEA-Filiale rauszukriegen.



Ich persönlich finde die Idee ja genial, leider habe ich es aber nur selten gesehen: Werbung auf Pizzakartons. Aber zu Zeiten der Finanzkrise und/oder der grünen Welle, ist das vielleicht auch eher unbeliebt als super cool.

Der Weg ist gräulich, die Leute noch ein bisschen müde und gummelig. Auf Twitter werden auch noch keine Fotos gepostet, die Welt ist noch relativ schwarz-weiß, sehr wenig 4c.
Also, es gibt genug Anlässe, um sich zu freuen und zu lachen. Es ist so wie ein stilleres Freuen. Hat es was mit Ruhe zu tun? So mit innerer Ruhe? Fühle ich mich ausgeglichener? Jooaaa.. geht so. Mir haben ja früher öfters Leute gesagt, dass ich sehr unruhig wirke, so innerlich aufgewühlt und so. Hm.