Archiv für März 2009

EINTRITTS-KART

März 24, 2009

Oder: Sind es Zeichen und wenn ja, sollte ich sie ignorieren? 

„Ohne den Öl-Deckel würde ich nicht fahren“, sagte der Mann an der Tankstelle zu mir. Wieso? Die letzten 1.400 km ist es doch auch gut gegangen… „Da ist ein VW-Händler, Mädchen, bitte kauf dir dort eben einen neuen. Du ruinierst dir sonst den Motor.“ Motor ruinieren geht gar nicht! Denn ist der Motor ruiniert, fährt das Auto nicht und Feli wäre in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. 

Also zu VW, neuen Öl-Deckel kaufen. Als ich zu meinem Auto zurückkehrte, fragte mich ein VW-Angestellter freudestrahlend:“Und, wann lassen Sie Ihr Auto verschrotten?“

Verschrotten? Mein Auto? Mein AUTO? MEIN Auto?  “Nichts wird hier verschrottet, es rollt und spielt Musik! Und beides hervorragend! Und die paar Roststreifen… „

Auf der Autobahn musste ich dann feststellen, dass mir irgendein Blödian in Harburg meinen linken Scheibenwischer abgebrochen hat. Einfach so. Ohne Grund. Blödmann. Naja, kann man reparieren lassen.

In Düsseldorf angekommen, packte ich meine Sachen aus dem Auto. Als ich 2 Stunden später an meinen weißen Golf III zurückkam, fand ich Folgendes vor:
Eintritts-Kart
Es erinnert an diese kleinen Visitenkarten, die manchmal an allen Autotüren einer Seitenstraße stecken und auf denen so was wie „An- und Verkauf aller Autos. Nehmen wirklich jeden Wagen.“ steht.

Diese Aktion war anders: Ungelogen war mein Auto soweit ich gucken konnte das einzige, das so eine Karte ans Fenster gepint bekommen hat. (Das Foto ist erst später entstanden, weil ich keine Zeit hatte.)

Geile Aktion von Mini Cooper! Auf der Karte findet sich ein Leasing-Angebot und die Adresse des Vertriebspartners in der Nähe. 

Es passt mal wieder super zusammen: Tolle Idee, tolle Aufmachung und nicht wahllos an alle möglichen Autos gepint. Daumen hoch, super Sache! Kaufen oder Leasen kann ich den kleinen, roten Wilden trotzdem nicht! 

Und so halte ich, obwohl vielleicht vieles dagegen spricht, an etwas fest, was VW schon vor Jahren sagte:“Er läuft und läuft und läuft…!“

Ohren auf

März 23, 2009

„Wie kannst du ohne leben?“ So ungefähr klingt die Reaktion der meisten, wenn ich zugebe, dass ich weder einen iPod, noch irgendein anderes mp3-Gerät besitze. Doch es geht ganz gut, ein paar Songs habe ich auf dem Handy, manchmal höre ich mit dem Ding auch Radio. Das reicht mir. 

Mittlerweile sieht man nicht nur immer mehr und mehr Leute mit den Stöpseln im Ohr in der Bahn oder auf der Straße rumlaufen, sondern zum Teil auch auf dem Fahrrad. Das zum Beispiel finde ich etwas grenzwertig. Hört man überhaupt noch, was um einen herum passiert? Kriegt man das alles überhaupt noch mit?

Es gibt so oft das Gefühl, dass zu diesem Moment, dieser Stimmung, gerade genau dieser Song passt oder diese Playlist. Die Montagmorgenplaylist zum Beispiel. Manchmal höre ich im Zug morgens Radio, das ist dann ganz nett. Aber als ich neulich –letztes Jahr– im Urlaub war und durch die Straßen einer fremden Stadt ging, zog ich es vor, den von einem Freund für den langen Flug ausgeliehen iPod in die Tasche zu packen und der Stadt zu zuhören. Wie die Leute reden, die Autos hupen, die Babys schreien und Vögel zwitschern. 

Und heute morgen war es so, dass ich mir irgendwie Musik wünschte, aber das Radio –typisch Hamburg– nichts zu bieten hatte. Stattdessen hörte ich, wie der Regen gegen die Fensterscheiben trommelte, der Rest der Bahn schwieg, nur zwischendurch die Haltestellen durchgesagt wurden. Es war so beruhigend, entspannend irgendwie.

Und es war irgendwie schön, etwas zu hören, was eigentlich so natürlich ist, immer da ist. Der Regen, das Quietschen auf den Schienen, wenn der Zug zum Stehen kommt, das Öffnen der Türen und das Piepen, wenn sich die Türen wieder schließen. Für mich heute eine ganz gute Montagmorgenplaylist.

Nur zu Besuch

März 23, 2009

Ein herrlicher Tag. Endlich da. Ich fahre durch die Einfahrt. Vorsichtig wie immer, sie ist ein bisschen kniffelig. Ich parke auf dem inoffiziellen Azubi-Parkplatz, wie immer, denn der andere hat heute frei, wie jeden Freitag. Ich steige aus, laufe zur Tür, greife an meinen Schlüsselbund und merke, dass es nicht wie immer ist.

Denn der Schlüssel ist nicht da. Natürlich nicht. Warum auch. Also klingeln. So, als hätte ich den Schlüssel vergessen. Auch komisch. In den Aufzug, aus dem Aufzug. Es ist sonnig und als ich auf die Türen des alten Büros zu steuere, kommen mir alte Kollegen und die OHL (Oberste Heeresleitung) schon entgegen, um mir zum Geburtstag zu gratulieren. Man freut sich, sich zu sehen. Die Räume scheinen fast zu leuchten, Mensch, ist das hell hier, ist mir nie so richtig aufgefallen. Da steht er, mein alter Rechner, mein alter Stuhl an meinem alten Platz, der neu besetzt ist. 

Ich bin seit 6 Wochen weg und „hier ist alles, wie immer“, sagen sie. Nichts ist wie immer, denke ich. Denn ich bin fremd hier. Ich gehöre hier nicht mehr hin, es ist neu und alt zu gleich, es ist ungewohnt, ich bin nicht mehr Teil des Teams, nein, ich bin Gast. In den alten Kollegen sehe ich jetzt Freunde, mit denen ich wieder im Konfi Nudeln mit Pesto esse und selbst das ist nicht, wie es mal war. Obwohl man sich noch so viel zu erzählen hat, auch danach, als ich in einem anderen Büro sitze und erzähle, wie es in Hamburg ist, es mit Hannover läuft und dass ich mich freue, wieder in Düsseldorf zu sein – wenn auch nur fürs Wochenende. Auch das Verabschieden, wie seltsam. Eigentlich hieß es immer „Bis morgen!“, jetzt heißt es „Bis bald!“

Es war ein Besuch, ein schönes Besuch, in der alten Heimat mit neuen Gefühlen. Vielleicht war es nur für mich anders, ich weiß das nicht so genau. Es war anders, aber gut. Wie die neuen Farben im Flur.

Wunschliste

März 16, 2009

Es gibt Sachen, die man sich nicht selbst kauft, aber über die man sich als Geschenk riesig freut. Es sind keine Wünsche, von denen ich erwarte, dass sie in Erfüllung gehen. Es sind nur Dinge, an die ich so denke, die gut und nützlich wären und über die ich mich freuen würde. Hier ein kleiner Auszug über Sachen, über die sich eine bald-23-jährige-Feli freuen würde
(Anlass ist mein Geburtstag: 20. MÄRZ, also für 2009: Freitag!):

- Scheibenwischer
Ich weiß nicht was sie kosten oder wie man sie montiert, aber ich weiß, dass meine alten hinüber sind und neue eine gute Anschaffung wären.

- Socken und Strumpfhosen
Ist bei mir rausgeworfenes Geld, irgendwie. Strumpfhosen trage ich meistens eh nur einmal, weil sie sofort kaputt gehen. Darum kaufe ich wenn auch nur die von H&M, teuer hält bei mir auch nicht länger, alles schon ausprobiert.

- 10 Euro Praxisgebühr
Finde ich ja irgendwie eine Frechheit. Wenn wenigstens mein Arzt was davon hätte. Aber nein, meine Krankenversicherung kassiert sie, um ihr Gebäude zu verschönern oder mich monatlich mit mittelmäßig langweiligen Mailings zu bombardieren, die nur als Grillanzünder dienen. Darum bezahle ich die 10 Euro ungern und gehe möglichst nicht zum Arzt. 

- ein MacBook
Weil ich es nicht schaffe, Geld so lange zusammenzuhalten, dass ich es mir selbst kaufen könnte.

- einen MiniCooper
Begründung: siehe MacBook.
Wenn ich allerdings neue Scheibenwischer bekomme, brauche ich kein neues Auto mehr! ; ) Außerdem, nein, ich würde meinen weißen Golf mit den „rostgoldenen Race-Streifen“, wie ich es gerne umschreibe, nur ungern hergeben.

- Haargummis
Ich verliere sie ständig, darum kaufe ich so ungern neue.

- Bettwäsche
In weiß und mit bunten Streifen, entweder auf den verschiedenen Seiten oder einfach eine Bettwäsche in weiß und eine mit bunten Streifen. 

- die pinke Tasche von Hallhuber
Wenn ich die nicht kriege, kaufe ich sie mir Samstag in Düsseldorf eben selbst!

- Tankgutscheine
Weil ich Geld normaler weise nur ungern für Benzin ausgebe, aber zurzeit eine Menge da rein fliest. Viel lieber gebe ich es für „Socialising“ aus.

- ein Vogue-Abo
Nicht, weil ich ein Fashion-Victim bin, sondern weil ich gerne Bilder ansehe. Da es mir aber so zu teuer ist, überlebe ich es auch ohne.

- Schmuck
Dazu gerne ein Zitat aus meinem „Good or Bad? Tiffany & Co. in Düsseldorf soon“-Posting von Facebook:“I don’t buy jewelry. I hardly wear any. All I wear is actually my watch. In my point of view, jewelry means something. It should be a gift from someone to remind you of something: love, good times, joy. And in Tiffany’s I thought, I’d rather have it as a gift from someone and not from myself for myself.“

So ist das, mit den Wünschen.

Außerdem wüsche ich mir gutes Wetter, einen flacheren Bauch und eine geile Wohnung mitten in Hamburg, die fast nichts kostet! Alles Dinge, die ich nicht kriegen werde, aber ich muss ja auch nicht alles haben!

Am meisten aber freue ich mich am Freitag auf Düsseldorf, wo ich mit meinen Freunde so feste feiern werde, dass mir Socken, Scheibenwischer, MacBooks und pinke Handtaschen wieder völlig gleichgültig sind!

Natürlich (nicht)

März 12, 2009

Natürlich hat es mich gekränkt
Natürlich hat es mich verletzt
Natürlich blieb es unbemerkt
Natürlich bleibt es unterschätzt

Natürlich wirst du’s hinterfragen
Natürlich wird es abgestritten
Natürlich wirst du es nicht glauben,
versuchen, es mir aus dem Mund zu saugen

Natürlich werde ich es schlucken
Natürlich nicht vergessen
Natürlich versuchen zu verdrängen
Natürlich angemessen

Natürlich nicht das Gefühl zeigen,
das in mir juckt und kratzt
Natürlich das böse Kind weg sperren,
das dich grad’ so schrecklich hasst.

Natürlich wirst du es nicht merken,
vielleicht war es ja gar nicht da
Natürlich ist doch eigentlich wichtig,
was jetzt ist
und nicht, was war

Natürlich ist das jetzt verwirrend
Natürlich war das auch gewollt
Natürlich wird sich jetzt erst zeigen
wer leiser lacht und leiser heult

Natürlich nennst Du mich jetzt ‘Miststück’
Natürlich weiß ich das genau
Natürlich wird nie jemand wissen,
ob es ernst war oder Schau

Natürlich hat es mich nicht gekränkt
Natürlich hat es mich nicht verletzt
Natürlich bliebe ich es nicht unbemerkt
und bestimmt nicht unterschätzt.

Vorspeise: Chicken Nuggets

März 12, 2009

Endlich konnte ich ihn mal wieder tragen: den roten Mantel, den ich vor 5 Jahren in New York gekauft habe. Dazu den bunten Kringelschal, ich liebe diese Kombi! Leider trage ich sie viel zu selten.

Weil es irgendwie noch zu früh war, um den Abend alleine zu Hause zu verbringen, entschied ich von der Agentur aus zum Bahnhof zu laufen. Und als ich das „Güldene M“ sah, stieg die Lust auf einen Wrap, obwohl ich die Heidi Klum Kampagne wirklich blöd fand. 

Neben mir stand ein Mann, der mich musterte, während ich bei einer übermäßig motivierten Mitarbeiterin bestellte.

‘Einen Spruch’, dachte ich ‘Einen Spruch über das Verhältnis zwischen Mantel- und Minirocklänge und du kassierst die Retourkutsche deines Lebens.’ Doch er glotzte einfach nur weiter. Vollidiot.

„Sie haben da einen Fleck“, sagte er plötzlich und strich mir über die Schulter. Wie nett von ihm… wie aufmerksam… Ich war ein wenig verlegen, sah ihn jetzt nicht mehr aus dem Augenwinkel an, sondern schaute ihm direkt ins Gesicht.

„Ich weiß“, antwortete ich, halb lachend, halb verzweifelnd.
Wo bleibt das Essen?
„Schon seit 2 Jahren“, fügte ich hinzu. „Wenn ich ehrlich bin, hat er mich nie gestört und ich dachte, andere bemerken ihn nicht. Aber wenn mich jetzt jemand darauf anspricht, sollte ich den Mantel wohl wirklich mal reinigen lassen.“

„Der Wrap braucht noch was. Was darf es für Sie sein?“ Die Mitarbeiterin drehte sich zu dem Mann. Er bestellte.

„Nein“, sagte er dann und drehte sich wieder zu mir, „Eigentlich machen Sie das richtig.“

Machte ich nicht. Und das wusste ich auch. Und ja, ich war peinlich berührt. 

„Der Burger braucht noch was“, schnatterte die Mitarbeiterin. „Aber hier sind Ihre Nuggets.“

„Vorspeise?“ Er schaute mich so an.

„Gerne.“ Ich schaute so zurück und bediente mich. Eigentlich war er gar kein Vollidiot, eigentlich ganz sympathisch.

Er nickte zu einem freien Tisch rüber. 

„Nein, nein, ich muss gleich weiter.“ Mein Wrap kam und sein Burger auch. Ich deutete auf ihn, als die hoch motivierte und jetzt vollkommen glückliche Mitarbeiterin mit dem Tablett auf mich zu steuerte. „Achso“, kicherte sie wie ein kleines Mädchen, „Ich dachte, Sie seien zusammen hier.“

Ich schmunzelte, winkte ihm zu und fragte mich beim Verlassen des Ladens, warum ich mich nicht noch 2 Minuten dazu gesetzt habe. Ich bin doch jeden Abend alleine. Warum nicht kurz zusammen was essen und nen bisschen quatschen?

Weil man manchmal gehen sollte, wenn’s am Schönsten ist – mit rotem Mantel, kleinem Fleck und McDonald’s Cesar Chicken Wrap!

Unsportlich, Teil III

März 11, 2009

Es hat mich schon oft geärgert, aber irgendwie wollte ich es nie sagen, um hier keinem auf die Füße zu treten. Aber jetzt reicht’s! Wenn ich mich über zu gemeine, schnelle Schwimmer ärger, dann darf ich das auch über langsame.

Folgendes Szenario gestern Abend, im Holmes Place Hamburg Pool:
Irgendwann gegen 18:45h ist das Aqua-Fitness Programm zu Ende. Das freut mich, denn ich komme gerade in den Schwimmbereich und eine keine Menschenmenge strömt aus dem Pool. An den Rand setzen, Füße ins Wasser, hässliche Badekappe auf, die mich unidentifizierbar macht, Brille auf und ab der Fisch.
In Düsseldorf gibt es für so was Schilder, hier wurde es per Handzeichen abgestimmt: Wir haben eine Bahn, 3 Leute, d. h. wir schwimmen jetzt im Kreis.
Ging auch ca. 16 Bahnen gut, bis mir eine neue Gruppe älterer, mittelmäßig-schwämmiger Frauen auffällt, die Richtung Pool eiert und „uuuuuiiii, ist das frisch“ vor sich herstöhnt. Sie haben nicht geduscht. Innerlich schüttel ich den Kopf.
Diese Gruppe war noch frecher. Bespaßt von BravoHits-Musik liefen sie im Becken im Kreis und erzeugten so eine Strömung, gegen die wir dann abschwimmen durften. Gut, wir lieben die Herausforderung. Doch irgendwann war nur noch eine abgesperrte Bahn vor der wildgewordenen Frauenherde sicher.
Auf dieser Bahn befanden sich 4 gut aussehende und wirklich gut schwimmende Jungs und eine blöde, blonde Frau. Diese Sorte, die sich vorher auch nicht abduscht, nur die Haare hochsteckt, den Kopf nicht ins Wasser wagt und trotzdem, weil sie ja was für ihre Gesundheit tun möchte, ihre paar hundert Meter zieht.
Das war nervig. Nie konnte man überholen, weil man den Jungs nicht im Weg rumschwimmen wollte, und da Madame natürlich gemütlich, wirklich sehr (!) gemütlich, ihre Brustbahnen zog, wurde es auch jedes mal zur Gefahr, einen bösen Tritt abzubekommen.
Zwar bin ich nur noch diesen Monat in dem ‘Club’, wie der Holmes Placer an sich es nennt, angemeldet, jedoch kann ein Monat lang werden, wenn man Feinde hat und die Mitarbeiter einen freundlich auffordern, sein Verhalten zu ändern. Darum wurde ich nicht persönlich, habe sie nicht getreten oder eine Wasserschlacht angefangen.

Trotzdem, an alle, die das hier lesen und gerne in Ruhe schwimmen: Ich verstehe das. Ehrlich. Wirklich. Das ist nicht nur so gesagt. Aber im Sinne des Allgemeinwohls ist es vielleicht doch mal drin, die Bahn frei zu machen, wenn man sieht, dass man den ganzen Verkehr aufhält. Geht doch dann mal kurz für ne halbe Stunde in die Sauna und kommt dann entspannt zurück und zieht euere Bahnen.

Gestern habe ich nachgegeben, weil es mir zu doof wurde. Wegen dir, du blöde, blonde Frau. Wegen dir habe ich aufgehört, mein Handtuch genommen, bin duschen gegangen und konnte mich nicht mal darüber freuen. Und trotzdem habe ich dir keine gepfeffert. Und so weit wird es auch nicht kommen. Aber es wäre nett, wenn du das nächste Mal nachgeben könntest. Ist gar nicht so schwer. Und dann gebe ich wieder nach und dann ist doch allen geholfen.

Vielen Dank, blonde Frau. Dann bist du auch nicht mehr blöd.
Und vor allem ist dein Verhalten dann auch nicht mehr unsportlich!

Cebit, kein Magenta und mittelmäßiger Pinot-Vino

März 10, 2009

Bla Bla Bla, es war leer, bla bla bla, Wirtschaftskrise, bla bla bla, nicht mal Nokia und Apple waren da.

Nun der für mich interessante Teil: Die Standparties. LEGENDÄR! Selten so gefeiert, mann mann, war da was los. <- Das, liebe Kinder, ist übrigens das, was man allgemein als eine ‘Lüge’ bezeichnet.

Ende vom Lied war, dass wir keine vernünftige Feiergemeinde gefunden haben, vermutlich mal wieder zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Dafür aber nette Twitteraner trafen, was den Abend gut und durchaus interessant machte.

Kleine Geschichten von einer T-Systems-Standparty:

Meine Begleitung von der Limmerstr. war so freundlich und hat das Ereignis in schöne Worte gepackt und wird darum an dieser Stelle zitiert: 

„Ich beobachtete einen schlecht angezogenen Praktikanten von T-Systems dabei, wie er qualitativ minderwertigen Wein falsch einschenkte. Um sicherzugehen, dass ich für meine Begleitung nicht den zweitbesten Wein holte, fragte ich ihn, ob der Pinot Grigio das Einzige sei, was T-Systems zu bieten habe, und falls es so sei, dass ich gerne ein Glas davon hätte. Daraufhin wurde mir gesagt, dass diese Party nur für Kunden und Partner gedacht sei und er fragte mich, welchen Status von beiden ich habe. Ich antwortete, dass ich Kunde sei und überreichte ihm eine Visitenkarte, deren Vorder- und Rückseite er kritisch beäugte und daraufhin entschied, dass ich kein Kunde sein könne, weil da ja kein Firmennamen draufstünde. Da er keine Anstalten machte, mir die Karte wiederzugeben, entschuldigte ich mich kurz und nahm ihm die Karte wieder weg, um sie in meiner Brusttasche verschwinden zu lassen.“

Weißwein gab es für mich trotzdem.

Weil ich ja pink liebe, lief ich mit einem pinken Pulli rum und trank also halb-fröhlich mein mittelmäßiges Weinchen, als irgendwelche Ende-30-Gelangweilten mich ansprachen.
-“Müsst ihr Hostessen eigentlich dieses magentafarbende Shirt tragen?“
-“Erstens ist das nicht magenta und zweitens finde ich die Telekom so scheiße, dass ich für die nicht mal Bier verteilen würde.“
-“Ach wirklich? Denn erstens sponsern wir das hier ja und zweitens ist dein Shirt wohl magenta.“
-“Das mit der Telekom war ein Spaß, aber ganz im Ernst, das ist kein magenta.“
-“Ist das HKS 42?“

Ach, klugscheißern, weil sich hier sonst keiner mit euch unterhält.

-“Nein, es ist Pantone 213 oder 214.“ Große Augen, damit haben die schlecht gekleideten Herren nicht gerechnet. „War nen netter Versuch, Jungs, schönen Abend noch…“ Und weg war das Mädchen in dem pinken Pullover und dem mittelmäßigen Weißwein.

Für alle, die mit den Begriffen HKS und Pantone nichts anfangen können, weil sie z. B. keine Druck-, Gestalter- oder Werbeopfer sind, es sind nur Sonderfarben, Wörter anklicken und ihr landet bei Wikipedia.

Schwer zu sagen, was zu erst leer war: Die Party oder die Halle. Jedenfalls haben wir uns irgendwann Richtung Stadt aufgemacht.

Zusammenfassung: Ja, ich hätte mich mal damit beschäftigen sollen, was Baden-Württemberg auf der Cebit macht, mir Neuheiten angucken können oder so, aber danach war mich nicht. Und obwohl ich dieses Jahr so viele Standparties nicht mitbekommen habe, die aber toll gewesen sein sollen, werde ich vermutlich nächstes Jahr nicht wieder kommen, weil dann ja vermutlich noch weniger los ist…
Auf der IFA allerdings, könnte man mal vorbeisehen! Haben sich ja auch viele andere vorgenommen…

Franzbrötchen

März 9, 2009
Ich stieg aus der Bahn und es duftete. Wow. ‘Brat mir einer nen Storch, riecht das gut! Naja, was das ist, kannst du ja morgen mal schauen.’ Oder morgen. Oder morgen. Oder…

Doch eines Morgens konnte ich nicht widerstehen. Dieser Duft von Vanille, Honig, Zucker,… mmmmmmmmhhh! Ich lief die Stufen der Haltestelle Baumwall runter und unten ist so ein Eckkiosk, das auch belegte Brötchen und so was verkauft. „Entschuldigung?“, sagte ich freundlich zu dem jungen Mann hinter der Theke, „ich weiß nicht, was es ist, das hier die ganze Haltestelle mit diesem wunderbar süßen Geruch füllt, aber das muss ich unbedingt probieren!“ Der Mann und seine beiden Kollegen guckten mich verwundert an. „Ich bin nicht von hier!“, fügte ich hinzu. Feli, das Opfer, alleine in der fremden Stadt! Dann lächelte er „Ach, Du wirst es probieren und Du wirst es lieben!“
– „Ja?“
– „Ja! Und morgen früh wirst Du hier stehen und sagen:’Gestern hat mir so ein toller Mann so ein wunderbares Stück Gebäck verkauft ohne das ich nicht mehr leben will.“
– „Ja?“, fragte ich und begann zu lachen.
– „Ja!“, erwiderte er, nickte mir zuversichtlich zu und fügte noch hinzu „70 Cent, bitte.“
FranzbrötchenAm nächsten Morgen hüpfte ich aus der Bahn und lief die Stufen runter, als mir der süßliche Geruch wieder in die Nase stieg. Ich wollte an dem Eckkiosk vorbeigehen, aber es ging nicht. Ich blieb stehen. Es war ein anderer Verkäufer als am Vortag, erkannt hat er mich trotzdem, als ich sagte „Gestern hat mir so ein toller Mann so ein wunderbares Stück Gebäck verkauft und so was hätte ich gern noch mal!“ Die anderen beiden Kollegen drehten sich in meiner Richtung, winkten mir zu und freuten sich.
Seitdem schaffe ich es morgens nur in den seltensten Fällen an dem Eckkiosk vorbei. Schon wenn sie mich sehen, greifen sie zu einer Tüte, suchen mir ein großes Franzbrötchen heraus, ich lege meine 70 Cent abgezählt auf den Tisch und alles was wir sagen ist „Guten Morgen!“ und „Einen schönen Tag noch!“ und schenken uns noch schnell ein Lächeln.

Menschen, Teil II

März 2, 2009

Die Tür geht auf und da ist sie wieder, diese tolle Person.
Jeder bewundert ja immer irgendjemanden. Mal sind es Bekannte, dann Berühmheiten, Freunde oder Arbeitskollegen. Man bewundert sie für ihre Energie, ihre Power, ihr Durchhaltevermögen und dass sie so stark sind. Sie haben immer nur Antworten, nie Fragen, haben immer einen Plan B oder C, den sie aber eh nie brauchen, weil sie immer alles wissen und immer alles können.

Wie ist das wohl, immer so zu sein?
Und ob diese Menschen wohl wissen, dass wir sie vergöttern?
Wie können sie immer so tip top aussehen und so toll sein?

Die Antwort liegt eigentlich viel näher als man immer so denkt, glaube ich.
Sie, die Tollen, sind auch nur Menschen.
Auch die Tollen schließen irgendwann die Tür hinter sich zu, halten sich die Hände vor ihr Gesicht, rutschen an der Wand runter und heulen. Sie verzweifeln, stellen sich in Frage, würde am Liebsten alles gegen die Wand werfen, weil sie den Eindruck haben, eh schon alles gegen die Wand gefahren zu haben.
Sie sind so. So wie alle. Wenn man mal ehrlich ist. Nur wissen wir das nicht, weil sie uns morgens, wenn sie mit ihrem Cappuccino an uns vorbei laufen und ihr „Guten Morgen“-weiße-Zähne-Strahlen drauf haben, nicht sofort erzählen, dass sie gestern wieder einen von diesen kleinen Nervenzusammenbrüchen hatten. So wie wir es auch nicht tun.

Wir bewerten immer nur das, was wir sehen und hören und so. Aber wir wissen ja nicht, was passiert und uns nicht mitgeteilt wird.

Und es hat auch nichts mit Vorspielen oder Verstellen zu tun. Dass diese starke Person nur so stark tut und es als Schwäche empfinden würde zu gestehen, dass es ihr schlecht geht. So ist es nicht.
Aber, wenn wir ehrlich sind, ist es wieder eine dieser typisch menschlichen Eigenschaften.
Menschen sind tapfer, Menschen sind unverletztbar, Menschen sind unantastbar. – Bis die Tür wieder zufällt.