Ein Glas Pesto

By felisworld

Er hat mir keine Blumen gekauft, Pralinen auch nicht. Er hat auch meinen Koffer nicht getragen oder mir Frühstück ans Bett gebracht. Er hat weder sein Zimmer, noch sein Bad aufgeräumt, um mich zu beeindrucken.

Nein. Er war da viel schlauer.

Wir hatten Hunger und überlegten mal wieder was zu bestellen, weil wir uns an diesem Sonntagnachmittag nicht aus dem Haus bewegen wollten. Pizza gab es am Vorabend, Thai Zeug neulich erst und auch auf den China-Mann wollten wir nicht zurückgreifen. Doch, was er dann sagte, zauberte ein Lächeln auf mein Gesicht, das von einer Seite bis zur anderen reichte, brachte meine Augen zum Leuchten, sodass mein Gesicht strahlte. Er war irgendwas zwischen fassungslos und entzückt über meine grenzenlose Glückseligkeit, nachdem er gestand „Ich habe dir Pesto gekauft.“

Sehr kurz darauf durchforstete ich die Küche nach Nudeln. Sie müssen doch irgendwo sein… Ah, da, Spaghetti. Die Wartezeit vertrieb ich mir mit meiner Vorfreude und ein bisschen Küche aufräumen. 

Ich öffnete den Kühlschrank. Dort stand es. Alleine. Zwischen viel, viel Licht, einer Packung Aufschnitt, Margarine, Kaviar und einem Liter Milch. Sonst nur ganz viel Leere in diesem Kühlschrank. 

Es war kein besonderes Pesto, es war das grüne, normale, das es in Düsseldorf mittags immer gab. Aufgeregt strampelten meine Zehe, ich öffnete es, Augen zu und riechen… mmmmmmmmh!

Zwei Teller, Spaghetti drauf, etwas frischen Knoblauch dazu, Pesto, noch ein bisschen mehr Meersalz und zurück ins Bett. Was für eine Freude!

Jeder weiß, wie sehr ich Pesto liebe. Wie schön, dass einer mal erkannt hat, wie er es am Besten zu seinem Vorteil nutzen kann.


Eine Antwort schreiben