Archiv für Januar 2009

SIE

Januar 29, 2009

Es ist das alte Spiel, das nervigste Thema, das immer aktueller ist als alles andere. Was passiert da zwischen den Geschlechtern? 

Hier mal ganz kurz was zu Thema „Frauen versteht man nicht. Die wissen ja selbst nicht was, Sie wollen.“

Meine Herren, Sie auch nicht. 

Oder vielleicht doch? 

Sie ist die beste Freundin weit und breit, sie ist super. Sie hört zu, trinkt Bier, trägt nicht diese nervigen Pfennigabsätze, mit denen Frauen in der Fußgängerzone zwischen den Pflastersteinen stecken bleiben, spricht nicht über ihr Gewicht, weil es sie nicht interessiert, sie braucht nicht Stunden vor dem Kleiderschrank, sie ist witzig, aber auch kritisch, sie weiß, dass man sich von Festivals mit den Jungs nicht jeden Tag meldet, sie ist alles, aber nicht zickig. Und sie ist immer für einen da. Und natürlich verständnisvoll.

Und darum wird sie auch immer die beste Freundin bleiben.

Egal, wie sie fühlt.

Denn Mann will mit „Miss Perfect-Easy-Going“ nicht zusammen sein. Nein, denn die „die bessere Hälfte“ soll zwar unkompliziert, freundlich und das wunderbare Vorzeigemädchen sein, aber sie muss auch nölen können, nerven, ausrasten, weinen, schreien – Emotionen zeigen. Es darf ihr nicht egal sein, wenn man sich 2 Tage nicht meldet, sie soll was sagen, wenn man die Kumpels vorzieht – oder liebt sie einen nicht? Sie soll sich an seiner Schulter ausheulen und nicht ihre Freundinnen anrufen, wenn sie Probleme hat. Sie soll auch sagen, dass sie sich wünscht, dass er zu Hause bleibt, weil es ihr schlecht geht. 

Es ist so ähnlich wie das Thema: Mache ich mein Hobby zum Beruf? Wer immer zur Entspannung laufen geht, soll ja, sagt man so, nicht Läufer werden. Meiner Meinung nach, sollte so was sowieso keiner machen, aber das gehört hier nicht hin. Denn was macht er dann, wenn er von seinem Job, dem Laufen, entspannen möchte? Er will dann nicht weiterlaufen. (Vermutlich greift er wie alle anderen zu Alkohol, Drogen oder Schokolade)

Zeit sich zu entscheiden: Eine Freundin vs. DIE Freundin, Hobby vs. Beruf

Und jetzt die 1.000.000 Euro-Frage:

Positioniert sie sich

A: als gute Freundin

B: als zukünftige feste Freundin

C: als etwas Vorübergehendes dazwischen

D: als jemand…  „Verdammt, ich weiß nicht, wie ich für sie fühle.“

 

Sie fallen übrigens nicht auf 16.000 Euro zurück, wenn Sie sich hier falsch entscheiden. Entweder Sie gewinnen oder verlieren an dieser Stelle alles.

Unsportlich, Teil II

Januar 28, 2009

Ja, Wasser ist nass, das ist so und das muss auch so sein. Und ja, das Wasser im Schwimmbecken hat nicht die gleiche Temperatur wie das im Whirlpool, auch das hat seine Richtigkeit.

Und damit man im Wasser nicht so friert, gibt es eine ganz einfache Methode: Vorher kalt duschen. (Und dann im Wasser bewegen. Bewegen! Nicht parken. Aus dem Weg…)

Der Duschvorgang an sich erfüllt noch einen weiteren Zweck: Er macht sauber!

Denn Wasser kann viel mehr als nass und wellig sein. Man kann durchs Wasser durch riechen. Und eins besonders: Wer vorher geduscht hat und wer nicht.

Es gibt die schönen Erlebnisse, dass jemand, der neben einem schwimmt, nach einem tollen Duschgel oder so riecht, aber es gibt auch den anderen Fall: Dass jemand nach drei Tage körperlicher Schwerstarbeit ohne Deo riecht.

Und das ist Bah!

Darum, bitte, an alle Omas und Opas, die meinen, Wasser ist Wasser und im Wasser wird man ja schon nass genug: Stimmt nicht! Ab unter die Brause mit euch!

Bitte um sportlicheres Verhalten, ansonsten draußen bleiben. Danke. 

Ist Liebe auf den ersten Blick oberflächlich?

Januar 26, 2009

Vorsicht: Der folgende Text ist aus Einfachheitsgründen mit Klischees gefüllt.

„Er ist irgendwie nicht mein Typ…“
„Warum nicht?“
„Die Haare, die Klamotten.. wie er schon da steht. Nee, irgendwie passt das alles nicht…“
„Meine Güte, bist Du oberflächlich.“

Ja, diese Gespräche gibt es wirklich. Aber ich frage mich, was der Unterschied zwischen „Sein Äußeres finde ich einfach nicht schön“ und „Als ich ihn sah, wusste ich, den will ich heiraten!“ ist.
Folgende Szene: Man steht so in einer Bar oder einer Disco rum und sieht da… ta ta ta eine ziemlich attraktive Person und eine, die man nicht so attraktiv findet. Wen quatscht man an?!
Na also. Keiner wählt die Person, die er unattraktiv findet, weil er denkt, dass sie vielleicht besser in Geographie ist oder besser zuhören kann.
Wenn man Leute allerdings kennt und sie mag, kann man oft nicht differenziert entscheiden, ob sie wirklich hübsch/schön/attraktiv/… sind, oder ob das die Sympathie ist, die man ihnen entgegenbringt.

Man kann nicht viel, aber manchmal schon entscheidendes am Äußeren festmachen. Manchmal sendet eine Person gezielte Zeichen: Glatze und Springerstiefel (Rechts von mir ist nur die Wand.), Perlenohrringe in Kombination mit Polo-Shirt und Segellatschen (Ja, Jura! Woher wusstest du das?), genau so wie schwarze Klamotten, ein durchgepierctes Gesicht, schwarz gefärbte Haare, die über den Augen liegen und der Blick auf den Boden (Lass mich heulen, ich bin ein Emo).
Manchmal, je nachdem wo man hingeht, kann man aber noch mehr sehen: Den Musikgeschmack. Wenn Leute aufgeregt die Haare schütteln und total abzappeln, kann man davon ausgehen, dass sie entweder die Musik toll finden oder sehr extrem angeheitert sind (oder beides). Die Musik, die Menschen mögen, kann man manchmal auch an der Kleidung sehen. Ja, es gibt Ausnahmen, aber allgemein kann man sagen, dass Klischees nicht von irgendwo her kommen! Nicht umsonst unterscheidet man zwischen HipHopern und TechnoFritten. Nur so als Beispiel.
Aber was sagt die Hülle eines Menschen sonst noch über ihn aus? Sie kann sagen ‘Ich steh auf Marken.’ (Je nach Alter: Mami’s Gucci Täschchen unterm Arm oder Vati’s Hermès Gürtel, der viel zu groß ist, um die Hüften; bei ‘größeren Kindern’ sind es die eigenen Sachen.), ‘Ich steh auf Understatement’ (stellt keine Marken zur Schau, bestellt aber den teuersten Champagner im Club – den ganzen Abend!), ‘Ich tu so als könnte ich mir Marken leisten, kaufe aber Fakes.. Ha ha ha, haste nicht gemerkt oder?!’ (billiges Auftreten, bunte Louis Vuitton Tasche, die es in diesem Format im Original gar nicht gibt!) oder ‘Sorry Süße, ich bin mit den Jungs da’ (Typ, der mit der Runde Bier lächelnd auf dich zusteuert „‘Schuldigung, darf ich mal vorbei?“ sagt und das Bier an seine Kumpels verteilt, dir aber trotzdem nach dem Anstoßen mit ihnen zuzwinkert, als wolle er sagen „Vielleicht beim Nächsten mal?!“).  Es gibt noch viele andere „Typen“, aber die mal so als Beispiel.

Im Prinzip ist es doch so, dass wir Leute nur nach dem beurteilen können, was wir über sie wissen. Das kann mehr oder weniger sein. Das Gesamtbild ändert sich jedoch, wenn man außer dem Äußeren noch anderes erfährt… Zum Beispiel… Hmmm… Wie eine Person sich organisiert oder einrichtet oder sowas. Es ist doch wie ein großes Puzzle, das man zu setzt.

Wer jetzt denkt: Danke Feli, aber „Ist Liebe auf den ersten Blick jetzt oberflächlich oder nicht?“, dem sag ich folgendes: Ich stell hier die Fragen! Ihr begründet lieber mal ne vernünftige Antwort.  – Danke! : )

Freude und Freunde

Januar 25, 2009

Man trifft in seinem Leben viele Menschen. Viele Spinner, aber auch viele wirklich gute Menschen. Menschen, mit denen man arbeiten kann. Manchmal gibt es Menschen, mit denen man sich jeden Tag austauscht. Die immer auf dem neusten Stand der Dinge sind, was das Leben des anderen angeht. Und mit manchen Freunden spricht man irgendwie nie.

Doch dann trifft man sich wieder, durch einen Zufall oder weil man es doch irgendwie verabredet bekommen hat. Sowas passierte gestern Abend. Ein Schulfreund, der vor fast 3 Jahren nach Schottland gezogen ist, ist zu Hause, zu Besuch, sozusagen. Und wir trafen uns auf einen Cocktail und Kaffee, redeten los, über alles und nichts. Und es war, als wäre er nie weggewesen. Es passt einfach.

Man redet nicht darüber, dass man sich nie gemeldet hat, obwohl man überall verlinkt ist, Email-Adressen und Handynummern hat. Man freut sich, dass man sich sieht, mal neues Input kriegt, man wieder neuen Wind. Eine ähnlich oder eine andere Ansicht.  

Wir haben ausgemacht, dass wir uns das kommende Wochenende und das danach treffen. Aber wie ich uns kenne, sehen wir uns erst wieder nächsten Jahr. In alter Frische und Herrlichkeit, mein Freund!

Irgendwas fehlt.

Januar 22, 2009

Die Tür fällt hinter mir zu, ich halte meinen Autoschlüssel in der rechten, meine Tasche in der linken Hand. „Irgendwas fehlt…“, denke ich, reiß die Tasche auf und gehe den Inhalt durch:

Die drei wichtigsten Dinge, ohne die man nie das Haus verlassen sollte, sind da: Handy – Geld (Bar oder Plastik) – Schlüssel

Sonstiges:

Timer? – da

Kaugummi? – 2 Sorten, halb leer/halb voll, da.

Hershey’s Kisses? – Der letzte Rest, nicht notwendig, aber: da

Handschuhe, falls es kalt wird? – da

Regenschirm? – da

Schwimmgedöns zusammengepackt? – Ich sehe die rote Bag, da.

Hm. Schuhe sind an den Füßen, Klamotten trage ich auch, geschminkt bin ich. Was fehlt? Deo, ja, Parfüm, ja, Haare bürste ich gleich schnell im Auto. Es ist 8.35h und ich habe noch nicht getankt. Los gehts. Ich tanke und frage mich gleichzeitig, ob ich wirklich Geld dabei habe. Habe ich. Also doch nichts vergessen. 8.40h, weiter weiter weiter, wenn ich um 9 h im Büro sein möchte. Die Straßen sind fast leer. Man kann wunderbaren fahren, singen, Haare bürsten,… großartig. Es ist 8.59 und ich biege in die Einfahrt ein. Pünktlich. Yes, strike. Großartig. In dieser Zeit, obwohl ich so lange liegengelieben bin.

Ich aß noch ein paar Nudeln gegen 17 Uhr, ein kleiner Rest, weil ich wusste, dass ich vor halb 9 nicht schwimmen würde und ich wollte schwimmen.

Es ist 20.35 und ich parke in der Tiefgarage von Holmes Place. Schwimmen. Jetzt sofort. Völlig voller Energie laufe ich hoch. Freue mich schon im Aufzug wie ein Kind, begrüße einen Freund, der am Empfang arbeitet und stimme mit ihm ab, dass ich auf jeden Fall 40 Bahnen schwimme. Ich bekomme meine Handtücher und hüpfe die Treppe hoch. Umkleide rein, ab zu meinem Spind. Er ist nicht wirklich meiner, aber ich wähle immer den gleichen.

Raus aus den Schuhen, dem Schal, dem Mantel, den Socken, der Jacke, der Bluse, der Hose. Tasche auf, Schwimmsachen raus und … irgendwas fehlt. Und es ist unübersehbar, was es ist. Der Badeanzug. Er hängt zu Hause.

Ich schüttel den Kopf.

Hose an, Bluse an, Jacke an, Socken an, Schuhe an, Mantel an, Schal an und morgen steh ich früher auf, damit ich die Sachen vernünftig packen kann…

Aber muss denn irgendwas liegen bleiben, nur weil ich liegen bleibe?!

Mindestbetrag: Newsletter

Januar 22, 2009

Ich lese eigentlich keine Newsletter. Morgens bekomme ich den von der w&v, da fliege ich mal kurz drüber, aber sonst abonniere ich keine.
Auch die MasterCard hat einen Newsletter, den ich angehängt an meine Kreditkartenrechnung bekomme. Angeblich… Vermutlich… Ach, das Stück Papier, das ich immer direkt wegwerfe!

Wie wir ja schon vor einigen Wochen gelernt haben, ist Feli eine bargeldlose Person. Aus Überzeugung. Auch im Ausland. Besonders im Ausland. Ganz besonders in dem Ausland, indem man alles mit Plastikkärtchen zahlen kann: Amerika.
Diese 0,75% (oder waren es 1,75%?) Auslandseinsatz können meine Freunde von der MasterCard gerne haben, ich bin da nicht so.
– Dachte ich.

Ich lief also so mit dem Ding durch die Straßen von Savannah:
Kaffee: Karte
Kaugummi: Karte
Klamotten: Karte
Kaltes Getränk: Karte
Kulli: Karte
Kurz: Alles, immer, Karte.

Natürlich habe ich den Überblick komplett verloren, das Limit extra vorher noch mal hoch gesetzt. Und jetzt dachte ich mir, schau ich mal kurz wie stark verschuldet ich in die Karnevalssaison starte. Ich schlug online meine Rechnung auf und musste sehen, dass sich eine Position geändert hat. Die Auslandseinsatzposition.
Da steht nämlich jetzt zum Teil sowas:

bild-3
oder
bild-2

 

Für alle, die es nicht lesen können: „1,75% / mind. 1,50 Euro Auslandseinsatzentgeld“. Das heißt auf Deutsch: Egal, ob ich für $100 einkaufe oder für zweieinhalb, ich zahle mindestens den ‘Mindestbetrag’.
 
Ich bin nicht kleinlich, wenn es um das Plastikkärtchen meines Vertrauens geht, aber wenn man überlegt, dass meine Abrechnung über 2 oder 3 Seiten lang ist, kann man sich denken, dass ich alleine von den dämlichen Gebühren und dem Mindestbeitrag die ein oder andere Tasche mehr hätte kaufen könnten. Ich habe nur einmal einen klitze kleinen Betrag bar abgehoben, das übrigens völlig gebührenfrei! „Für alles andere gibt’s die MasterCard“
Ja, Kleinvieh macht auch Mist: 20 mal benutzt = 30 Euro, 50 mal benutzt = 75 Euro, …

Also schrieb ich ‘Meine Frau von meiner Bank’ an. Wir verstehen uns, sie wünschte mir letztes Jahr sogar Glück für meine Prüfung, schickt mir eine handgeschriebene ‘Frohe Weihnachten…’-Karte und macht auch insgesamt einen netten Eindruck. Mit ihrer Vorgängerin war ich zu unserem 3. Termin bei Gosch am Rhein essen, wo wir uns das “DU” anboten. Vielleicht sollte ich das ‘meiner neuen Frau von meiner Bank’ demnächst auch mal vorschlagen.
Jedenfalls schrieb ich ihr ein Email und merkte kurz an, dass ich von alle dem Gebühren erhöhen nichts mitbekommen habe und dass das ganz schön frech sei, von der MasterCard.
Sie antwortete freundlich und nett wie immer, sprach an, dass wir uns unbedingt mal wieder zu einem Gespräch bezüglich Arbeitsunfähigkeitsversicherung treffen sollten, wie denn die Prüfungen gelaufen seien und ob sonst auch alles im grünen Bereich ist.
Achja, und dass das mit dem Gebüren im Newsletter September gestanden hat, den ich mit der Abrechnung erhielt. “Nicht gesehen?!”
Nein, nicht gesehen! Aus Versehen, übersehen?!

Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen.
Für alles andere gibt’s… zum Beispiel Newsletter.

Kurz danach

Januar 21, 2009

Vorbei ist es und schön war es nicht. Gar nicht schön. Nein, es war kalt, es war böse und es war einfach nicht gut. Zwar habe ich bestanden, aber alles im allem war es ein Abriss.
Tonne auf, Feli rein, Tonne zu.
Aber was soll ich jetzt detailliert erklären, welche Tragik sich gestern hinter den Türen von Grey abgespielt hat? Schuldzuweisung an die IHK, dafür, dass man mir nicht wie allen anderen 2 Auswahlthemen gegeben hat, sondern nur eins und so weiter lass ich weg, weil es jetzt vorbei ist.
Es ist vorbei. Ich kann es nicht mehr ändern. Ich kann daraus lernen, dann hat die Sache wenigstens was Gutes.

Ich stieg ins Auto und blickte auf mein Handy. Wen anrufen? Alle soll man anrufen, weil es plötzlich alle interessiert. Soll ich gar keinen anrufen, weil es keinen was angeht? Oder meine Familie? Oder meine Agentur? Nein, ich rief die Freundin an, die Tage vorher 95 Punkte abgeholt hat. Sie konnte meine Zensur nicht nachvollziehen und bedauerte das ganze, helfen konnte das auch nicht. Dann rief ich noch kurz in meiner Agentur an, damit sie Sicherheit hatten, dass ich nicht weiterhin Azubine, sondern jetzt Bzubine war. Dann fuhr ich los, schnell, zack-zack, fast einen Unfall gebaut.

Ich wollte nach Hause, in meine Mauern. Dort rief Väterchen an, der anstoßen wollte. 2 Minuten später stand er in der Tür. Jetzt war auskotzen angesagt. Ich zündete meine Zigarette an, normalerweise rauchte ich ja zwischen den Wochenenden nicht, aber heute war Ausnahmezustand angesagt. Ich lies meinem Frust freien Lauf und plötzlich war gut. Es reichte. Fertig. Aus. Vorbei. Nichts mehr dazu sagen, nicht mehr daran denken, sondern weiter machen und weiterleben.
Wir öffneten die 3. Flasche Wein, es folgte die 10. Zigarette und ich wusste, es würde noch mehr Wein werden und die Schachtel würde ich auch noch töten.

Mit meiner kleinen Schwester bestellten wir China-Essen, aßen, lachten, redeten und tranken.
Bis die letzte Flasche leer war und die Schachtel Zigaretten auch.

Und das macht die Zensur nicht besser, man fühlt sich auch weiterhin als Versager, als der Loser der Nation. Aber es geht weiter. Immer weiter.
Tonne auf, Feli raus, Tonne zu.

Kurz davor

Januar 19, 2009

„Mach dich nicht verrückt“, sagen sie. „Das wird nahezu ein Spaziergang… Deine mündlichen Noten waren doch auch immer klasse. Das wird!“ Ja. Bestimmt. Ihr habt es auch schon hinter euch. Angeblich haben sich alle auch vorher zu tode gesorgt und am Ende… tz, piece of cake.

Morgen ist es soweit: die mündliche Prüfung steht an. Dann ist es vorbei. Die Ausbildung, das Ausbildungsgehalt, der günstigere Azubi-Tarif bei der Rheinbahn, ja, eine Ära findet ihr Ende.

Und das Ende ist auch eigentlich schon geschrieben. Wir haben festgestellt, dass es so ziemlich keinen Unterschied macht, ob ich morgen eine 1 oder eine 4 abhole. Trotzdem ist mir etwas komisch.

Sonntagmorgen wurde ich wach. Ich hatte am Abend vorher eine einzige kleine Weinschorle getrunken (ich war kellnern, nur zur Erklärung) und wusste daher, dass dieses Gefühl der Übelkeit nicht die gleiche Ursache hatte wie an anderen Wochenenden. Neben meinem Bett hängt eine Marketingdefinition, die, das hat man mir im ersten Lehrjahr gesagt, man lieber auswendig lernen sollte. Ich kann sie nicht. Ständig lese ich sie durch, aber sie ist so schwierig zu merken. Mir ist schlecht. Ich denke, ich muss mich übergeben. Ich taumel durch mein Zimmer und suche die „Bibel“. Nicht DIE Bibel, die Marketing-Bibel. 80 Seiten stark und mit allem, was wir in den zweieinhalb Jahren durchgekaut haben. Keine Ahnung, wer die Nerven hatte, das alles zusammenzufassen und abzutippen, jedenfalls hat sie mir mal jemand geschickt. Ich blätter sie durch, während ich wieder im Bett liege. Es geht mir schlechter. Darum werfe ich die Seiten auf den Boden, stell meinen Wecker auf 12 Uhr und schlafe noch eine Runde.

Den Tag hatte ich durchgeplant, sogar lernen wollte ich. Ging aber nicht. Weil jemand anderes was von mir brauchte und ich mich nach anderen richte – ich Idiotin. Dann, Sonntagnacht, nachdem ich eins dieser „Feli, das wird gut. Ich habe doch auch 92 Punkte (!!!!!!!!) geholt“-Gespräche hatte, schlief ich ein. Und es ist kein Scherz: Ich träumte ich wäre komplett durch die Prüfung gerasselt. Es ging drunter und drüber, völlige Katastrophe.

Morgen ist es jetzt dann soweit. Und ich werde schlicht weg verrückt. Aber das wurde ich auch damals bei der Schulaufführung, als ich die Hauptrolle hatte. Als wir dieses Stück, das im Irrenhaus spielte, aufführten. Nervös war ich auch vor meiner Führerscheinprüfung, vor meiner mündlichen Abi-Prüfung bei Herrn Lechner, der einen Sinn für Goethe, aber leider nicht für Humor hatte. Nervös war ich auch bei der Abi-Ballrede und bei meinem ersten Arbeitstag. Und immer, immer ist es gut gegangen. Es scheint normal zu sein, dass man sich Sorgen macht, aber kann das denn nicht irgendwann aufhören?

Ich kriege die Krise. Ich habe schwimmen gegen Pizza getauscht und bin durch den Regen nach Hause gelaufen. Ich habe die Schaufenster in meinem kleinen häßlichen Eller nicht beachtet – außer das vom Schuhladen, weil ich dringend neue brauche. 

Und morgen werde ich da raus gehen und lachen, überlegen diesen Eintrag zu löschen, weil es lächerlich war, sich solche Gedanken zu machen. Mich freuen, dass es so einfach war und mich glücklich schätzen, dass man mich genau das gefragt hat, was ich wusste. – Oder auch nicht.

Was, wenn es ein Spaziergang wird und ich mich verlaufe?

Ein Mocha-Tag

Januar 16, 2009

Schon immer war in der Nähe meiner Agentur ein Starbucks. Lange wurde er nicht genutzt. Doch dann irgendwann stellte eine Person aus der Reinzeichnung fest, dass er den Kaffee Mocha von eben dieser Kaffeekette genau so mag wie ich. Und so fing es an… Manchmal ging man nach dem Mittagessen noch mal raus, manchmal bequatschte man den anderen so lange, bis er freiwillig ging und einem was mitbrachte und manchmal war es schon der erste Satz am Morgen:“Hey, heute ist doch echt so’n Mocha-Tag, oder?“ 

Mokka Time!

Weil wir finden, dass Mocha einfach gut tut. Leider zeichneten sich Mocha-Tage zum Einen dadurch aus, dass der Agenturtag an sich nur mittelmäßig war, aber noch nichts im Gegensatz zu dem Wetter da draußen. Desto stärker es regnete, desto mehr war es ein Mocha-Tag. Denn desto glücklicher machte uns das warme Getränk.
Inzwischen ist es egal, ob es regnet oder schneit, die Sonne scheint oder nicht. Rein theoretisch ist jeder Tag ein Mocha-Tag. Weil er einfach gut tut!

Allerdings ist es soweit gekommen, dass alleine Mokka trinken an Reiz verloren hat. Ein Mokka-Tag braucht eben doch verschiedene Komponenten. Es liegt wohl nicht nur am Kaffee, sondern auch der Sache an sich und der Gesellschaft, die ich dann habe.

Heute ist es wirklich gräulich draußen und jemand ist heute nicht hier. Schade, kein Mokka-Tag.

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PS:
Wenn (STARBUCKS) RED jetzt noch nach Deutschland kommt, ist Afrika gerettet! ; )
For more Details visit Starbucks Red and „Is RED the answer“?

Unsportlich, Teil I

Januar 14, 2009

Das Wasser tropft an mir runter und es wird langsam kalt. Ich stehe vor der Glasscheibe und starre ich ins Schwimmbecken. „Scheiße“, murmel ich leise, als ich sehe, dass ich mir meine Bahn mit mindestens 2 anderen Schwimmern teilen muss. Hilft nichts, ab ins kühle Nass.

Ich teile meine Bahnen in Einheiten auf. 10 Bahnen = 1 Einheit. Im Wechsel schwimme ich eine Einheit Kraul und eine Einheit Rücken. Doch plötzlich entdecke ich „IHN“ auf der Bahn neben mir. Stil: einwandfrei (Kraul, Schmetterling, Rücken,… er weiß wie es geht), Geschwindigkeit: sehr schnell, Ausdauer: bemerkswert, Körperbräune: sieht nach Urlaub, nicht nach Asitoaster aus, Rücken: Schwimmer, Ziel: better, faster, stronger. Er atme alle 3 Züge, behält so rechts und links alles im Blick. Ich atme natürlich nur alle 4 Züge, weil es mir zu kompliziert ist, mir eine neue Atemtechnik anzugewöhnen. Seine macht aber natürlich einen besseren Eindruck, genau wie seine Wende.

Zwischen diesem „Halbgott“ und mir, schwimmt ‘die Frau mit der ich manchmal spreche’, weil wir uns so oft sehen. Sie ist geschätzt irgendwas Mitte 40, sehr dünn, geht auf die Sonnenbank,nett für ‘manchmal sprechen’ und schwimmt täglich – glaube ich.

Sein Körper ist schlichtweg makellos. Weiter schwimmt er und guckt alle paar Bahnen auf seine Uhr, um seine Zeit festzuhalten. „Ja, Du bist der Schnellste hier“, denke ich, „Und der Schönste auch.“

Als ich fertig bin mit Gaffen, ziehe ich weiter meine Bahnen. Nach meiner dritten Einheit stehen wir gerade beide zufällig am Rand und ich gucke – natürlich – rüber… unauffällig wie ich bin. Sein Gesicht: fehlerfrei.  Kurz denke ich darüber nach, wie es wäre mit ihm… ins Kino zu gehen. Dann guckt er rüber.

1. Gedanke: Igit, du bist perfekt. (Ich mag keine perfekten Menschen, weil sie dann charakterlich meistens daneben sind)

2. Gedanke: Guck nicht zurück.

Er guckte genau eine Sekunde zu lang um es als ‘nur so rumgucken’ abzustempeln und genau ab dem Moment ist er nur noch eins: uninteressant.

Ich schwimme meine vierte Einheit. Bevor ich das Wasser verlasse, hält ‘die Frau mit der ich manchmal spreche’ neben mir und spricht mich an. „Dieser Vollidiot. Sehen Sie den?“ Sie zeigt auf den Ex-Halbgott. „Der schwimmt ja so aggressiv, das ist ne Frechheit. Ich überlegte schon mal zu halten und ihn zur Rede zu stellen, aber er würde über mich drüber schwimmen, mich krankenhausreif schwimmen.“

So, lieber Ex-Halbgott, falls du das hier liest, merke dir eins: Nur weil du unheimlich gut schwimmst, verdammt gut aussiehst und ein Sexappeal hast, dass den ganzen Verein hier in den Schatten stellt, heißt das nicht, dass man sich so benehmen darf. Gar nicht sexy, völlig übertrieben, und vor allem eins: unsportlich. Raus.