Gelegentlich habe ich am Wochenende die Kinder. Nein, nicht meine eigenen, ich babysitte nur. Die Kinder bringe ich irgendwann ins Bett, danach schaue ich fern. Zur Zeit werden natürlich auch ein paar Prüfungsaufgaben gemacht. Aber da lief mal wieder „Das Super Talent“: Einer legte einen spitzen Auftritt mit seinem DMX-Rad hin, manche tanzten wie die Weltmeister, andere sangen. So zum Beispiel ein Junge, der „Angel“ von der Kelly Family einstudiert hatte. Den Song kannte ich, mit 11 Jahren war ich damals auf einem Konzert der Kellys (ach, kommt schon, ihr habt alle eure Leichen im Keller!!!). Einen Ton getroffen habe ich allerdings schon damals nicht. Ein anderer spielte Geige und brachte damit das Publikum zum Rasen. Wieder ein anderer jonlierte Kugeln über seinen Körper und schuf mit dieser völlig außergewöhnlichen Proformance eine fast magische Stimmung. Alle waren auf ihre Art außergewöhntlich und alle waren sie talentiert. Und da fragte ich mich: Feli, was für ein Talent besitzt du? Irgendwas muss es doch da geben… Und so dachte ich mal kurz zurück:
Ich habe als kleines Kind Ballett gemacht, ein Jahr (katastrophal) Gitarre gespielt, ein bisschen Klimper-klimper auf dem Klavier. Außerdem war ich in einem Turnverein, habe 2 mal den Rettungsschwimmerschein Silber gemacht und gewann Platz 1 bei den Abi-Umfragen in Kategorien wie „Optimist“, „most sacastic“, „schlechtester Fahrer“, „Kompetenteste bei völliger Ahnungslosigkeit“ und „Stufenclown“. Die Kategorien „Sprücheklopfer“ und „Entertainer“ belegte ich, da 100% der Stimmen, alleine. Dafür befanden meine Lehrer meine allgemeine Leistung nicht besser als 3,0. Fazit: Außer einem guten Unterhaltungsprogramm, einem Auffahrunfall und ein bisschen Theater spielen mit dem Literaturkurs können wir aus der Oberstufenzeit keine zu großen bemerkenswerten Erfolge verzeichnen. Wobei ich für meine Abi-Ball-Rede auch 2 Jahre später noch Komplimente erhalten habe!
Was sagt denn Wikipedia dazu, woher so eine besondere Begabung, ein Talent, eigentlich kommt? „Begabungen setzen stets auch eine genetische Komponente voraus. Spezifische leistungsfördernde Persönlichkeitsfaktoren, familiäre, schulische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen sind jedoch ebenso unerlässlich (vgl. Heid/ Fink 2004).“ Auch werden anderen Theorien kurz angeschnitten, z. B. die von Musikpädagoge Shinichi Suzuki. Er war als Gegner der Auffassung, dass musikalisches Talent genetisch bedingt sei, bekannt. Diese Meinung begründete er mit der Tatsache, dass Talentforschung nicht an Neugeborenen, sondern an Kleinkindern, die schon musikalische Erziehung genossen haben (oder eben nicht), durchgeführt werde.
Aber dann plötzlich kamen die Turner Hans (73 Jahre alt) und Rüdiger (62 Jahre alt) und gaben mir Hoffnung. Klickt auf den Link! Das Video solltet ihr euch unbedingt ansehen, die paar Sekunden Werbung davor sind es wert! Natürlich haben die beiden das schon etwas länger geübt! Aber vielleicht entdecke ich mein Talent auch erst, wenn ich groß und stark bin – auch wenn ich jetzt schon weiß, dass es vermutlich nichts mit Naturwissenschaften, Sport, Musik, Kunst oder Fremdsprachen zu tun haben wird!
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