Das Offline Blog

ImageEs ist Samstagmorgen und schon die ganze Woche habe ich mich darauf gefreut endlich mit Kaffee und meinem Buch im Bett zu liegen, Spotify Radio laufen zu lassen und so lange zu lesen bis ich nicht mehr möchte. Ich werde heute nicht in die Stadt gehen, ich werde heute nicht einkaufen, ich werde heute maximal die Wäsche aufhängen und das war es. Ich will auch tagsüber niemanden sehen, nicht telefonieren und mein Bett nicht verlassen. Ich mag das lilafarbene Betttuch und die pinke Bettwäsche. Ja, ich liebe das hier und jetzt.

Ich setzte das Buch an und es vergingen einige Seiten bis meine Gedanken das Geschehen verließen und sich um meine eigene Geschichte wickelten.

Ein Tagebuch. Irgendwo habe ich noch ein Tagebuch und das will jetzt gefüllt werden. Ich finde es schnell, weil ich weiß, wo Sachen liegen, die nicht von anderen gefunden werden sollen.

Ich schlage es auf. Wie lange habe ich nichts mehr gesagt? Der letzte Eintrag ist von 2010, 2. Semester. Siegen.

Was ist da passiert? Was habe ich da getan, gedacht, gefühlt?

Ich fand mein Studium immer noch langweilig. Und ich hatte Angst zu versagen.

Wenn ich sehe, wer schon alles studiert hat… Das schaffst Du mit links!

hat mir damals die meiste Angst gemacht.

Wie immer guckte ich zu denen auf, die in einer gleichen Situation waren, aber irgendwie schon weiter. Die, die die Hausarbeit schon fertig geschrieben haben, während ich noch an der Überschrift saß.

Obwohl ich abends gerne die Leute unterhielt, hatte ich Angst vor einer Gruppe zu präsentieren. Ich war vorbereitet – steht da jedenfalls – und habe mir alle möglichen Fragen überlegt, die man mir stellen könnte.

      Wenn die mich nicht mögen, nehmen die mich auseinander.

Und im zweiten Semester habe ich mich nicht sonderlich beliebt gemacht. Und besonders vor diesem einen Dozenten wollte ich mich nicht vorführen lassen, denn ich schätzte ihn so. Es lief gut – steht da – und wenn ich an die Präsentation zurückdenke, kann ich mich an die Zweifel gar nicht mehr erinnern. Ich kannte das Thema gut, denn das Thema war “Präsentationen”. In meiner Ausbildung und in den Praktika hatte ich etliche gemacht und gesehen und von anderen gelernt.

Nicht nur meine Kommilitonen, sondern auch mein Prof war sichtlich begeistert. Nie zuvor hatten alle ihre Laptops geschlossen und die komplette Präsentation lang zugehört. Doch, ich kann sagen, dass es wirklich gut lief.

Und dann lese ich, dass ich vorher Angst hatte. Vielleicht eine gute Angst, vielleicht war sie wichtig, damit es gut wurde. Damit es nicht runtergerotzt wurde, damit keine Lücken entstanden. Vielleicht ist es die gesunde Angst, die ich heute noch habe. Ich präsentiere nicht, aber ich habe so meine Baustellen…

Das Tagebuch ist wie dieses Blog. Neulich habe ich ein paar Einträge gelesen und mich irre gefreut, weil ich mich zurück in die Zeit denken konnte, die Freuden und die alten Fragen kurz wieder auflebten.

Dieser letzte Eintrag hat so viel Mut gemacht. Ich habe zu anderen aufgesehen, die eine Hausarbeit fertig hatten, an mir selbst gezweifelt und hatte Angst, das Studium nicht zu schaffen. Und jetzt liegt ein abgeschlossenes Studium mit 2,1 in Regelstudienzeit, Auslandssemester, und Praktika in der Schublade – als wäre nie was passiert.

Irgendwie finde ich es selber süß, welche Gedanken ich mir da gemacht habe. Es weckt die Hoffnung, dass ich in drei Jahren auf heute zurückblicke und es ähnlich ist. Denn wie immer geht es weiter, immer weiter und wird besser, immer besser.

Und jetzt zurück zu Alder Olsen, das Sonderdezernat Q hat einen Fall, den es zu klären gibt, bevor ich rausgehe und mich meinem eigenen stelle.

My morning with Jamie Oliver. Again.

IMG_4788Es ist Samstag und wir waren gestern unterwegs. Gestern Abend. Und es war etwas später.

Dementsprechend ging es mir heute Morgen, als ich viel zu früh wach wurde, aber sofort wusste, dass es sich ausgeschlafen hatte.

Kaffee, Wasser und Schokolade mussten her. Und Dosencola.

Derzeit wohne ich in einer WG, weil meine Wohnung eine Baustelle ist. Wunderbar, denn natürlich haben die Jungs im Gegensatz zu mir (bisher) in einen Fernseher investiert. Und obwohl ich sonst nie viel fernseh schaue, ist es jetzt das Beste was mir passieren kann.

Und mir ist sofort klar, was ich sehe möchte: Jamie Oliver.

Wir hatten so eine Samstagmorgenbeziehung, die ich vernachlässigt habe. Seit Jahren –seitdem ich eben keinen Fernseher mehr habe– habe ich Jamie nicht mehr gesehen, und es war Thomas, der mich in Austin wieder daran erinnerte, dass ein Post über Jamie Oliver den Weg zu diesem Blog ebnete.

Aber jetzt ist Jamie noch nicht da. Er ist vermutlich noch einkaufen oder so, vielleicht deckt er auch gerade den Tisch.
Erst gegen 10 oder 11 wird er auf SIXX für uns kochen.

Man vertreibt sich die Zeit mit Big Bang Theory und Co. bis es endlich so weit ist.

Jamie fängt an zu erzählen, zu schnibbeln, zu kochen. Wunderschönes Gemüse, tolles Ambiente, man kann sagen, dass Jamie in einer perfekten Welt voller schöner Möbel, Sonnenschein und Schmetterlingen lebt.

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Quelle: thekitchn.com

“Einfach mit den Händen umrühren und immer mal probieren.”

Ja, gerne.

Die Kameraführung ist wieder ein Traum.

Jamie hat einen seiner Freunde dabei – Mann ey Leute, arbeitet mal an der Synchronisation…

“Bier und Wein sind das Schlimmste, wenn man es mit den Chillis übertrieben hat.” – Stimmt. Jamie erklärt welcher Teil der Chilli der Schärfste ist, sein Freund sitzt daneben und erzählt Geschichten aus Mexiko.

Alles fertig, nächstes Gericht.

Es ist wunderbar ihm zuzusehen.

“Nehmt 700 Gramm oder so davon” und “Schneidet die Paprika in dünne Streifen, macht euch aber nicht zu viele Gedanken darüber”.

Er tänzelt in seiner Küche. “Awwwwww, das sieht phantastisch aus.” – Ja, das tut es. Jeder Instagram Filter wäre ein Verbrechen.

Nach 5 Minuten ist der Lachs fertig und die Salsa auch. Alles wie im echten Leben… 

Er ist begeistert, ich bin es auch. Ich will es gar nicht essen, ich will ihm einfach nur zusehen.

“Das war’s mit Jamie Oliver. Präsentiert von…”

Nein, nein.

NEIN.

Bitte

geh

jetzt

nicht.

Geh nicht aus meinem Wohnzimmer, nein.

“Push Guide” – Eine Folge kommt noch! YEAH!

Als nächstes gibt es Kaninchen. Kaninchen? Die süßen Tierchen? Ja. Und damit man nicht umschaltet, schnell einen Jäger in den Wald stellen und ihn etwas über einen “Populationsplan” erzählen lassen, was passiert, wenn Jäger nicht jagen und so, und zack olé, Bildungsauftrag auch erfüllt.

Er bereitet das Fleisch zu. “Nehmt einen halbwegs anständigen Rotwein, nicht diesen billigen Fusel.” – Ja, er meint mich. Er weiß, dass ich zusehe, er kennt mich.

Es ist mir egal, dass da ein Marketingkonzept hintersteckt, dass er gelegentlich über sein Restaurant in London spricht, dass es Leute gibt, die die Sendung konzipieren, jemanden, der ihm die Klamotten rauslegt, und dass in dieser Sendung vermutlich nichts dem Zufall überlassen wird. Es ist mir egal, dass er weiß, dass ich das “Hoffentlich ist das jetzt gut gegangen. Sonst stehe ich hier wie ein Trottel!” putzig finde und dass ich ihm die Erwähnung seiner Frau nicht übel nehme.

The Real Life

The Real Life

Es ist mir alles egal. Nur nicht, dass er nur noch 20 Minuten bei mir sein wird. Bevor ich zurück muss in eine andere Welt.

In eine Welt, in der man die Küche selber sauber machen muss, keinen bunten Gemüsegarten hat und die Kräuter nicht frisch so in der Küche rumstehen, als hätten sie sonst nichts zu tun. In eine Welt, in der man ohne Gasherd leben muss, in der man nicht drei tip-top-super-beschichtete Pfannen so mir-nichts-dir-nichts aus dem tollen Designerschränkchen zückt, in der man für den hübsch abgeranzten Küchentisch auf dem Schanzenflohmarkt vermutlich zwei Buttogehälter lässt.

Zurück in eine Welt, in der wir heute Abend wieder weggehen, in der ich morgen früh wieder etwas neben der Spur stehen und wieder zu Dosencola und Chips greifen werde.
Und an die Chillitipps für mein Rührei denken werde, wenn alle wach sind und zusammen in unseren Sonntag starten.

Bis zum nächsten Wochenende, Jamie Oliver.

SXSW 13 – a summery, a comparison, a vacation.

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SXSW (South by Southwest) is conference/festival happening in Austin every year. It is split into three categories: Interactive, Music and Film. People and companies from everywhere in the world show up for this event and Austin goes nuts with happenings taking place day and night during that time. 

To understand what my second time was like, I have to start at SXSW 12.

I was impressed, no, my mind was blown by SXSW Interactive in 2012! As a student I had to pay the $700 ticket myself, just as the stay and the flight. And yes, it was the only vacation I took that year.

But it was so worth it!!

Tech during the day, party at night! The perfect conference, the perfect place to get great entertainment and meet new people – this is the perfect vacation!

Tech companies such as Google and Foursquare got really creative to attract the audience. Foursquare thought of their own ball game everybody was allowed to play with the staff and the founder Dennis Crowley, and they handed out “FOURSQUARE SXSW 2012″ shirts to those who came up with an idea how to make the app better.

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Google was showing new devices, created 3D games in combination with Google Maps, let people create own cupcakes and had an open bar on two nights.

As they were promoting their at that time new software Icecream Sandwich, they were handing out free icecream sandwiches to the crowd. Now come on, that’s the easiest marketing thing you can think of, but to the fans it was also the best.

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Nokia had an impressive snow landscape, their own Nokia cocktail, rock bands, and showed their new devices –which as an iPhone owner I get probably killed for saying– I found impressive, sexy and cool right away.

And these are just three out of let’s say 10 companies that really impressed me last year.

Talks in 2012 were half/half. Some were really great, others really disappointing. But that’s just as it always is. After 3 days of trying to catch every interesting talk, I stepped down and spent more outside, getting to know people and enjoyed just being there.

So this year, I was more relaxed. I knew I wouldn’t be able to listen to every interesting talk, I knew I wouldn’t be able to make it to every party and I knew how to skip the line, if I really wanted to get it.

But this year was different with everything. I was looking forward to all the great acts again and well…

Foursquare threw a party, Google showed up for one day, Squarespace I didn’t see at all and FedEx neither. Nor did I find Nokia, and Samsung offering free charging for phones was a neat idea, but compared to what they showed off last week in Barcelona - nothing.

Though this SXSW felt bigger from the number of people, the size of the event felt smaller.

So what happened? Here are my options:

1. The companies are broke. About Foursquare I heard rumors, but Google… Really? Hm.

2. The companies don’t see any value and return of investment on “throwing everything at fans” anymore, which is sad, sad, sad, because I still tell people about foursquare’s ball game, the Google Village, and FedEx having people wearing batteries in their clothes to be able to charge your phone.

3. SXSW or Austin changed the conditions for companies and pissed them off.

4. SXSW is kinda dead, because it’s not just the geeks anymore, and the companies don’t feel they only reach their target group now.

5. (please feel free to add your idea in the comments)

How can one of the main spots (between the Hilton Hotel and the Convention Center) stay empty?

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But apart from that: SXSW is not just yay yay yay with your favourite tech companies, great food and fancy drinks, but also tech talks/a conference.

Though I don’t work in mobile or online education (yet), this field interests me a lot and I visited a lot of sessions last year. This year, unfortunately, they decided to exclude this topic and start SXSWEdu. I’ll have to visit that next year I guess because I really missed it.

There were a couple of great talks this year: I very much enjoyed the interview with foursquare’s founder Dennis Crowley again, got seriously inspired by Jonah Peretti from BuzzFeed (link gets you to a great summery done by Thomas Knüwer) and am lucky I made it to sneak into the mobile saturday session Re-imagine everything with people from Wallgreens, BET Black Entertainment Television, Atimi Software, and Urban Airship.

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Foursquare check-ins during Hurricane Sandy

Unfortunately wanderlust, the space where the cool mobile talks took place, was way to small and it felt it didn’t sit more than 100 people, while people were standing outside in lines for hours.

Everything else was pretty much not worth mentioning. Yes, it was nice to listen to Al Gore, but he pretty much summed up his book and well.

What else was missing this year?

The app! Where was the big launch of a new app? I read online about an event app, but it wasn’t available in the German iTunes Store (playing USA only is pretty stupid at an international conference btw), but never heard or read or saw ads anywhere.

So no app launch.

But Highlight (the big announcement last year) showed up again, presenting their new case (photo sharing with people close by) and promoted their idea by handing out free ice cream, taking pictures of the people and telling them to get the photo by downloading the app. Easy.

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Highlight Photo & Ice Cream

Summing it up: This year I was less impressed, but that is also because I had different and higher expectations than last year. I met a bunch of smart, fun and cool people which made this event wonderful, exciting, great. I did pick up a few good talks, but not as many as last year, because the education part was missing.
It was worth coming, but I have to overthink a badge for next year.

What I have to say though: I felt in love with Austin itself this year. Walking down South Congress and seeing all these nice little stores, the food trucks and a completely laid back atmosphere made me want to stay longer in Austin and not just rush in and out for a conference.

For next year I hope tech companies surprise me with their new stuff, new ways to make me spend time at their area and not just hand me free drinks one night. Because I believe neither me nor the companies want to invest in a one night stand with them, but a life long relationship. Put a little passion in your marketing, just as last year, and make me tell everybody about how innovative, creative and woooww! you are again. I appreciate your online service, but don’t disappoint me offline. We are more than users, we are fans. You get all my data, all my money, all my time – this is your opportunity to show a little love back.

Also: Show cases, numbers, fails in your talks. Not the usual PR bla bla, I read in every interview.

Looking forward to my next time in Austin, maybe even for SXSWEdu and SXSWMusic, because Interactive is not enough anymore.

How I met Holly and how she met foursquare

 

IMG_4546Wir sind in Miami und laufen da so rum. Gestern Nacht bin ich gelandet, seit 6 Uhr bin ich wach und wenn ich nicht bald einen Kaffee und irgendwas leckeres bekomme, könnte die Situation eskalieren.

Wir parken das Auto auf einem Parkplatz in South Beach, laufen an der Strandpromenade entlang, bewundern den puderweißen Sand, den blauen Himmel und das glitzernde Meer. Das Leben zeigt sich von seiner wundervollsten Seite. Dann biegen wir ab auf den Ocean Drive, der uns immer noch den Blick Richtung Palmen und Wasser lässt, aber auch eine Reihe Café und Restaurants bietet.

Wenn ich nicht weiß wohin, frage ich das Internet. Besonders wenn es um Essen geht, frage ich foursquare. Aber dieses Mal hatte ich selbst darauf keine Lust. Also setzen wir uns einfach dahin, wo es schön ist und gut.

Die Bedingung kommt raus und man hält den durchschnittlichen amerikanischen Smalltalk, den ich so liebe, gibt schon mal ein paar Empfehlungen ab und verschwindet wieder, um unsere Getränke zu besorgen. Danach schlage ich die Karte auf, erst danach checke bei foursquare ein und suche nach Empfehlungen.

Erster Kommentar, der uns entgegen kommt: “Aweful Service”.

???

Aber… Die Kellnerin gerade war doch super freundlich.

Sie ist zurück, bringt Kaffee und O-Saft. Sie gibt Frühstückstipps, was man wo wie hinzufügen könnte und wie es am Besten schmeckt. Und sie durchschaut mich sofort.

“How would you like chocolate in your pancakes? Or banana pieces? Or strawberries?”

Chocolate?

Chocolate!! Yes!!

Ich schaue noch mal bei foursquare rein – “Aweful Service”? Da stimmt was nicht. Und da ist es. Von acht Tipps, die andere User hinterlassen haben, wird Holly, unsere Kellnerin, drei mal gelobt. Zu Recht! Die Sonne scheint und das passt zu ihrem sonnigen Gemüt! Sie ist hilfsbreit, unheimlich freundlich und einfach reizend.

Nachdem  wir bezahlt haben, sprechen wir Holly auf die foursquare Tipps an. Weder sie, noch ihr Manager, noch ihre Kollegen kennen den Service – überrascht und begeistert sind sie alle.

“Great service, maybe I should try that, too,” says one of them.

“Great place,” is what I think, and everybody should try it,  too.

Und wenn ihr mal ins Purple Penguin Cafe in Miami geht, fragt nach Holly. Und nach den Pancakes mit Schokoladenstückchen.

Good Hope – always.

Die letzten Wochen war ich etwas mehr unterwegs als sonst. Mein erstes Ziel war Kapstadt. Kapstadt habe ich das letzte mal vor 13 Jahren besucht, als Teenager – gerade so.

Dieses Mal sollte die Reise nur eine Woche dauern, aber eine Woche Kapstadt ist besser als keine Woche Kapstadt. Der Flug ging mit South African Airways von Frankfurt über Johannesburg. Der Flug war ok und das besondere beim Essen: Es gab “richtiges” Besteck und nicht diesen Plastikkram! Habe ich seit Jahren nicht gesehen. Die Filmauswahl war auch ok und darum, ja, genug zum Flug.

Wenn man in Kapstadt ist, sollte man in Camps Bay wohnen. Gleich in Strandnähe. Wer bei Strand an “Baden und Schwimmen” denkt, sollte umdenken. Der Atlantik ist eher frostig. Für die Füße ist es ok, und ich bin in der Beziehung echt nicht zimperlich, aber all-in ist da nicht drin!

The Grand Café & Beach

Camps Bay glänzt allerdings mit allem anderen. Gleich am Strip findet man tolle Restaurants, die natürlich auch für Touris gemacht sind, aber auch von den Locals besucht werden. Zu empfehlen ist auf jeden Fall das Bay Hotel und besonders der Beach Club Sandy’s, bei dem man allerdings Mitglied sein muss. Sonst sollte man für Food and Drinks dringend folgende Plätze besuchen und in allen Fällen vorher einen Tisch bestellen:

The Codfather (Fish & Sushi)

Mount Nelson Hotel (altes Hotel, mit hervorragendem Kuchen- und Teebuffet)

Il Cappero (unheimlich freundlicher und toller Italiener)

Sinnful Ice Cream (Eisbude! Bis abends um 11 geöffnet und begeistert mit tollen Eiskreationen)

Aber vor allem das The Twelve Apostles! Am Besten für den letzten Abend aufbewahren! Hier mal nicht in Jeans und T-Shirt auftauchen, es ist schon etwas schicker und das Essen hervorragender als alles, was ich bis dahin in Kapstadt gegessen habe. Absoluter Top Tipp! : )

Als Strandbar empfehle ich The Grand Café and Beach. Ja, man bezahlt ein bisschen für die Location und dafür, dass man mit den Füßen im Sand sitzt, aber für mindestens ein Glas Wein sollte man hier vorbeisehen.

Wer sich für Start-ups, hausgemachte Schokolade, einen Fahrradladen, der Kaffee und Sandwiches verkauft, und per Hand angefertigte Ledertaschen interessiert, sollte sich The Woodstock Exchange ansehen.

Sandy’s Bar

Wer schwimmen gehen möchte, sollte sich der anderen Seite nähern. Klainbay eignet sich hervorragend, um surfen zu gehen und Surfern zuzusehen. Oder um selbst mal kurz ins Wasser zu springen – ja, ich konnte es nicht lassen!

Ein paar Kilometer weiter kann man im Blue Peter Hotel bei toller Live Musik den Sonnenuntergang ansehen und ein bisschen Fisch naschen.

In Kapstadt gibt es jede Menge zu tun, so ein Touri Bus ist da auch keine Schande, denn so bekommt man wenigstens viel zu sehen. Tafelberg kann man auch mal machen, versteht sich.

Wer nach Kapstadt möchte, kann mich sonst gerne auch noch anschreiben. Alle oben aufgelisteten Tipps kommen nicht aus Reiseführern, sondern wurden zufällig entdeckt oder von lokalen Freunden vorab gebucht worden.

PS: Da ich bei WordPress keine Bilder hochladen kann, musste ich die von Instagram und Eyeem nehmen. Wenn jmd eine Lösung zu diesem Problem kennt, würde ich mich über Infos freuen! : )

Helau 2013.

Die letzten Jahre kam immer was dazwischen. Klausuren in der Uni, Praktika in Hamburg, ein Auslandssemester. Seit 5 Jahren habe ich kein Karneval mehr gefeiert. Mit Ausnahme von Altweiber letztes Jahr. Aber das zählt nicht so richtig, weil da auch am Folgetag eine Klausur anstand oder so.

Früher war das anders. Früher wurde schon 6 Monate vorher Urlaub eingereicht, schon Wochen vorher liefen die Kostümvorbereitungen bis der Marathon von Donnerstag bis Dienstag beginnen konnte.

Ich weiß, dass Leute, die damit nicht groß geworden sind, das nicht nachvollziehen können. “Verkleiden, betrinken und zu blöder Musik tanzen” heißt es dann. Aber das anders, wenn man damit groß geworden ist.

Natürlich trinkt man hier und da ein Bierchen und ja, die Kids kennen ihre Grenzen nicht und liegen um 11:12 in der Ecke, aber für mich ist Karneval ein Fest, bei dem ich alle meine Freunde wiedertreffe. In Düsseldorf habe ich verschiedene Freundeskreise und Karneval begegnen sich alle. Die Straßen in der Altstadt sind brechend voll, die Stimmung ist gut, alle mögen sich und man feiert mit Freunden und Fremden. Einfach nur, weil es so schön ist.

Und ich dachte, ich könnte auch dieses Jahr Karneval einfach an mir vorbeiziehen lassen. Aber dann, zwei Tage vorher überkam es mich. Mein bester Freund aus Düsseldorf hatte sich bereits für Hamburg angekündigt und nachdem ich die Feiertage erst abgesagt hatte, musste es jetzt doch sein. Ein Kostüm muss her und das schnell.

Die Karnevalsabteilungen in Hamburg sind für uns Rheinländer wohl ein Schlag ins Gesicht – da ist meine Küche größer. Lieblose Kostüme, preislich naja, keine Karnevalsmusik im Hintergrund – na wo simma denn hier?

Wie soll denn dann Karneval an sich werden?!

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Im Parlament gibt es jedes Jahr Karnevalspartys, von denen hatte ich schon gehört, und dieses Mal wollte ich dabei sein. Erst nur Donnerstag, dann wurde Samstag noch mal nachgelegt.

Und es war toll. Aufwenige Kostüme, Karnevalsmusik und Kölsch. Ja, als Düsseldorferin gehört sich das nicht, aber Karneval sind wir mal nicht so. Helau und Alaaf, im Herzen sind wir doch alle gleich. : )

Karneval ist die schönste Zeit im Jahr. Piloten, Krankenschwestern, Könige, Feen und Clowns kommen zusammen, lassen Büroalltag, Status und Quatsch hinter sich und freuen sich einfach über das Leben an sich.

Und so war Karneval in Hamburg wunderbar! Helau 2013, schön war’s.

Der Konfetti-und-Luftschlangen-Akku ist bis zum 11.11. wieder aufgeladen und ich freue mich jetzt schon auf die nächste Karnevalseason!
Hamburg, Helau!

 

Vine for me – in 6 seconds!

Tatsächlich sollte es niemanden überraschen, dass ich eine App, die “Vine” heißt, grundsätzlich erstmal mag. Darum fand ich es auch toll, als sie endlich im App Store zum Download bereitstand.

Vine ist eine Videoplattform, die Twitter an Land gezogen hat. Im Gegensatz zu YouTube und Konsorten hat man hier nur 6 Sekunden Aufnahmezeit. Begrenzte Zeit passt ja irgendwie zu begrenzten Zeichen, also erstmal alles lustig.

Aber noch etwas unterscheidet dieses Videoformat von allen anderen: Man kann nicht editieren, man kann nicht zurück, man kann es nur von vorne neu anfangen.
Das bedeutet: real Real Time.
Denn häufig wird der Verlauf von Dingen aufgezeigt. Ist ein Teil davon kaputt oder falsch, kann man entweder damit leben oder muss alles löschen. Und man kann sich die Aufnahme auch erst nach den aufgezeichneten 6 Sekunden ansehen.

Natürlich nutzt man dieses Medium zum Rumexperiementieren erstmal privat, aber natürlich gibt es auch schon die, die es etwas besser können:

Hier zum Beispiel.
(Ich kann die Ansicht leider nicht ins Blog kopieren, weil WordPress gerade spinnt, darum klicken und freuen. Los, klick jetzt… HALLO? Klicken! So…)

Innerhalb der App wird schnell nervig, dass die Videos in einer Endlosschleife laufen, gleichzeitig lernt man einfach runterzuscrollen oder die App zu schließen, wenn man eben alles gesehen hat. Fertig, tschüss.

Ich bin gespannt, ob sich mit Vine Sachen ändern. Die Möglichkeiten, 15 Instagrambilder zu schießen bis das Licht perfekt ist, Szenen doppelt auszunehmen und nachher die beste herauszupicken, sich oder eine Situation so perfekt wie möglich darzustellen, werden nicht so einfach gegeben. Es hat ein bisschen now or never Charakter und wirkt dafür ehrlicher.

Man braucht etwas Zeit, um sich an die 6 Sekunden-Regel zu gewöhnen – meistens fehlt am Ende ein Momentchen. Aber das meine ich mit “ehrlicher”. Goodbye alles drei mal filmen, die beste Pose finden und so weiter. Nimmt man einen Verlauf von Dingen auf, kann man nicht zurückgehen und muss eventuell mit ein bisschen Unperfektheit leben. Das halte ich bei einer “Wer-sind-wir-online”-Debatte für spannend – besonders, wenn “unehrliche/unrealistische Onlinepräsenzen”, gephotoshopte Profilbilder und übertriebene Selbstdarstellung zur Diskussion stehen.

Love it!

Und hier ist meine Dienstagmorgenunperfektheit.

Let’s be less perfect! Vine on!

Lesenswert: Das Alphabethaus

Es gibt immer überall was zu lesen. Twitter, Facebook, Emails, RSS-Reader. Viel ist Quatsch, viel ist lustig, viel ist wichtig, viel ist langweilig. Viel ist da, in diesem Internet, das man lesen und wissen sollte.

Doch es wird ganz schön wenig, wenn man kein Internet hat.

Da ich die letzten Wochen ohne WLAN in meiner Bude auskommen musste und mein Mobilfunkgerät runtergedrosselt wurde, beschränkte ich mich in Sachen Onlinegequatsche auf Emails und Twitter.

Und dann, als ich kurz nach Weihnachten in den Zug stieg, um zurück nach Hamburg zu düsen, kaufte ich mir mal wieder ein Buch.

Die Wahl fiel auf “Das Alphabethaus” von Jussi Alder Olsen. Auf knapp 580 Seiten erzählt der Autor die Gesichte der Freunde James und Bryan, die während des Zweiten Weltkriegs über Deutschland abgeschossen werden. Wie das Schicksal es so will landen sie früher oder später in einer Irrenanstalt und nehmen die Identitäten zweier deutscher höherer Offiziere an. Wie sie es schaffen unentdeckt zu bleiben, dass sie nicht die einzigen sind, die unter falschem Vorbehalt dort liegen und wer wie überlebt, wird durchgehend spannend beschrieben. Das Buch lässt sich wunderbar runterlesen und fesselt jedes Mal, wenn man es aufschlägt. An ganz wenigen Stellen gibt es was für’s Herz, an manchen Stellen wird nicht an Brutalität gespart, und der häufige Perspektivenwechsel verwirrt nicht, sondern beantwortet offene Fragen.

Der Klappentext verrät ein wichtiges Detail, weshalb ich empfehlen würde, ihn nicht zu lesen.

Für gewöhnlich schaffe ich es gerade so mal einen Tweet zu lesen, bevor ich mich wieder ablenken lasse. Bei diesem Buch habe ich mein Telefon auf lautlos gestellt, weil mich die Banalitäten, die von draußen kamen, nur störten.

Ein ausgesprochen empfehlenswertes Buch, bei dem ich fast traurig darüber bin, dass es zu Ende gelesen ist.

Die Wohnung. Teil 2.

Die Wohnung sollte eigentlich einen eigenen Instagramaccount, einen eigenen Hashtag oder irgendwas in der Richtung bekommen.
Denn: Es passiert so viel.

Also nicht von den Renovierungsarbeiten her, aber täglich entdecke ich irgendwas Neues.

Kaum habe ich gemalt, blättert die Tapete ab, dann entdecke ich ein Loch in der Decke und sorge für ein weiteres. Unter dem Bett – ja, ich habe die Möbel, die ich allesamt nicht mag, übernommen/abgekauft (ich Vollpfosten!)– entdeckte ich vier Pakete Parkett.
Brauche ich nicht.
Denn als nächstes reiße ich das aus dem Schlafzimmer raus, wo ein ganz wunderbarer, dunkelbrauner Dielenboden auf mich wartet. Voll mit lustigen, weißen Farbkleksen, aber gut.

Die Wohnung macht sich extrem langsam. Es scheitert etwas an den Möbeln, die ich nicht los werde, die ich nächste Woche einfach weggeben werde, weil ich sie nicht mehr sehen kann. Und es scheitert auch ein bisschen an einem Auto, in das mehr als ein Schuhkarton passt. Denn ja, ich werde das restliche Parkett auch rausreißen.

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Wie ich das Wohnzimmer einrichte, weiß ich noch nicht.

Die Küche… Ja, sagen wir mal so… Das Küchenzimmer steht.

Ich habe nach wie vor eine überschaubar große Herdplatte, auf die meine Kaffeemaschinerie passt und keinen Herdbackofenbla. Wird aber alles. Dafür hat sich an den Wänden was getan.

Die hässlichen Küchenschränke raus, eine Wand gelb, eine Wand grün, eine Wand pink. Fast. Also jetzt schon. Erst nur so 3/4.

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“You live, you learn”

Ein paar Bilder hängen auch und ja, bunte Klappstühle – wenn auch nicht von Pantone – stehen auch bereit.

“Die Wohnung ist in einem kriegsähnlichen Zustand”, hat der Hausverwalter einem meiner Nachbarn erzählt. Und er hat nicht gelogen. Überall gibt es Baustellen. Das Bad, das ich liebevoll “Spa Bereich” nenne, muss komplett saniert werden, weil der Vormieter so ein kleiner Bastelkünstler war und nur komische Sachen gebaut hat.

IMG_3323Aber eben auch die Badewanne in der Küche. Darum beschwere ich mich mal nicht.

Seit 2 Wochen lebe ich in einer Wohnung ohne Internet und es so semi. Man gewöhnt sich irgendwann dran.

Ich habe angefangen mal wieder ein Buch zu lesen, aber ich freue mich auch ein bisschen auf das WLAN im Büro, das muss ich gestehen.

Und Besteck? Gut, dass ich alleine lebe. Ich besitze wie in Siegen eine Gabel, ein Messer und zwei Löffel. Aber für mich reicht das. Und groß einladen sollte ich wirklich auch noch nicht.

Und ich habe immer noch keinen Foursquare Check-in, weil ich mich zwischen “Badewannen Chaussee” und “Trallafittihausen” und “Frau Felis Konfettifabrik” nicht entscheiden kann.

Ja, die Wohnung. Sie ist eine Baustelle. Aber ich bereue sie keinen Tag.

Sie wird. Langsam. Großartig.

Die Wohnung. Teil 1.

“Finde mal in Hamburg ne Wohnung.”

Ja. Finde ich. Immer etwas teuer, aber machbar.

Dann auf der Schanze. Alles anders als ich dachte, aber mit Balkon und darum ja.

Und dann plötzlich doch nicht ja, weil ich noch eine andere gefunden habe. Neustadt. Neustadt finde ich super, weil es links zur Schanze und rechts zur Alster geht. Find ich gut. Innenstadt in meinen Augen. Mag ich. Und ein dazu unschlagbares Argument: Eine Badewanne in der Küche.

Somit wird meine Küche zum XXL-Bierkaltmachgerät. Finde ich gut. Gerade für Parties. Und gerade für Parties muss man ja gewappnet sein.

Ich will die Wohnung, ich kriege die Wohnung.

Sie hat so ihre Macken.

Der Boden im Schlafzimmer ist genau auf die (in meinen Augen sehr hässlichen) Möbel zugeschnitten. Heißt Möbel und Boden raus oder damit leben? Ich werde eine Lösung finden. Ein Mittelding. Denn der Boden ist schön.

Die Küche bricht zusammen. Außer der Badewanne. Die steht.

Also eine neue Küche. Eine weiße Küche möchte ich. Aber da sieht man jeden Fleck. Aber man könnte bunte Sachen an die Türen hängen. Oder auch nicht. Eine schöne Arbeitsplatte möchte ich. Glaube ich. Und was kostet eigentlich eine neue Spüle?

Das Wohnzimmer. Mit Beamer, bitte. Na klar. Im nächsten Leben. Dafür große Fenster, damit ist es immer schön hell. Ja. Blöd mit Beamer, aber tagsüber guckt man ja auch keine Filme.

Fernseher? Brauche ich einen Fernseher?

Schränke. Brauche ich Schränke? Denn eigentlich habe ich nichts zum Reinstellen. Aber Regale. Bunte. Weil die Wand ja schon weiß ist. Oder mache ich sie hellgrün?

Oder die Decke in der Küche gold? Und dann mit hübscher bunter Lichterkette?

Die Wohnung. Meine Wohnung. Meine erste Wohnung.

Ich besitze nichts. Doch. Ein Whiteboard. Aber sonst nichts. In Siegen hatte ich einen großen Teller und einen kleinen, zwei Schüsseln, ein Messer, eine Gabel und zwei Löffel.

Mehr brauchte ich nicht. Und Tassen und Weingläser.

Aber jetzt… Eine Wohnung. Meine Wohnung. In der ich machen kann, was ich will.

Und Stühle. Ich brauche Stühle. Können ja nicht alle in der Badewanne sitzen, wenn sie in meiner Küche sind. Ach toll!!

Ich bin aufgeregt, ich freu mich.

Sehr.